Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass ich meine Masterarbeit im Prüfungsamt der Universität Augsburg abgab. Nun sitze ich schon an der nächsten Abschlussarbeit. Nur diesmal nicht an meiner eigenen, sondern an der einer Freundin. Der Text aus dem Fachbereich Europäische Kulturgeschichte steht kurz vor der Fertigstellung. Meine Aufgabe war es, seine inhaltliche Struktur noch einmal zu prüfen und auf Unklarheiten hinzuweisen.
In meiner Tätigkeit für w.e.b.Square habe ich schon viele Abschlussarbeiten gelesen, die wir in den Ausgaben des Online-Magazins veröffentlichten. Texte von Studierenden aus Fächern ohne Medienbezug habe ich dagegen bisher kaum bearbeitet. Umso interessanter war die Lektüre über das Tafelzeremoniell im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Mir fiel vor allem auf, dass sich der Text deutlich erzählerischer gestaltete, als ich es aus anderen Fachbereichen gewohnt bin. Das ist logisch, geht es doch darum, umfangreiche historische Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Interessanterweise ist trotzdem, so habe ich mir sagen lassen, eine möglichst verschachtelte Satzstruktur erwünscht. Unter einigen Lehrenden scheint die Ansicht verbreitet zu sein, ein für den Laien möglichst unverständlicher Text sei ein Qualitätsmerkmal. Diese Disparität zwischen notwendiger Anschaulichkeit und erwünschter Sperrigkeit finde ich bemerkenswert.
Da war ich froh, dass sich die mir vorliegende Arbeit nicht unbedingt an diese Vorgaben hielt. Der Text war nicht nur interessant und fachlich fundiert, sondern auch flüssig zu lesen. Ich habe bis zu den letzten Seiten hin gerne an der Korrektur gearbeitet und so zu einem hoffentlich gelungenen Studienabschluss beitragen können.
Foto: sxc.hu | Guillermo Alvarez
Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
Tags: Abschlussarbeit, Korrektur, Masterarbeit, w.e.b.Square
Im Rahmen meines Studiums und meiner außeruniversitären Engagements habe ich häufig in Gruppen an Projekten mitgearbeitet. Nachdem ich in letzter Zeit einige Projekte erfolgreich abschließen konnte, habe ich heute meine Erfahrungen für mich persönlich noch einmal zusammengefasst. Die folgenden Stichpunkte sind also keine Zusammenfassung von Hinweisen aus Fachpublikationen, sie beruhen ausschließlich auf meiner eigenen Reflexion.
Projektzeitpläne vereinbaren. Ein Projekt hat einen Projektanfang, eine Projektlaufzeit und ein Projektende. Diese Termine sollten möglichst frühzeitig in der Gruppe diskutiert und festgesetzt werden. Ich habe in studentischen Gruppen häufiger erlebt, dass keine hinreichenden Absprachen über Zeitpläne getroffen wurden oder Teilnehmer in entscheidenden Projektphasen unvorhergesehen nicht mehr verfügbar waren. Aber auch in betrieblichen Praktika tauchten vereinzelt solche Effekte auf. Weiterlesen »
Tags: Gruppe, Organisation
Seit November 2009 erhalte ich eine Förderung im Rahmen von UniMento. Das Teilprojekt des Gender Mainstreaming-Programms der Universität Augsburg verfolgt zwei Ziele: erstens die Unterstützung der Vorbereitung auf den Berufseintritt, zweitens die Erweiterung vonSchlüsselkompetenzen (Kommunikation, Networking, Selbstpräsentation, Sensibilisierung für geschlechterstereotype Verhaltensweisen). Die Förderung arbeitet mit Peer-Mentoring, d.h. Beratung und Unterstützung durch Mentoren aus dem angestrebten Berufsfeld, sowie mit begleitenden Workshops. Anfang dieser Woche absolvierte ich dazu zusammen mit 14 weiteren TeilnehmerInnen von UniMento ein zweitägiges Gendertraining. Die Coaches waren Simone Schönfeld und Lutz Schiffel von Cross Consult in München. Weiterlesen »
Tags: Gender, Gruppe, UniMento
My master’s thesis on Internet Bashing employed both quantitative and qualitative methods. Phase two of the three phases of the research surveyed a sample of n=155 users of the video sharing website YouTube. Quantitative data from this phase was used to contrast qualitative data from a semi-structured expert interview with Uwe Boll, chairman of Boll AG, and from an archival analysis of n=734 comment pages on YouTube. As the last question of the survey, I implemented an open question: “Is there one last thing you would like to say to the person conducting this survey?” In this blog post, I reply to comments the participants submitted when answering this question. Weiterlesen »
Tags: Internet Bashing, Masterarbeit, Uwe Boll, YouTube
My master’s thesis “Us Against You – Internet Bashing as the group dynamic of public invective targeting the movie director Uwe Boll on the video sharing website YouTube” is finally finished. I evaluated 119 publications since October 2007 and since November 2009, I spent 9 to 12 hours a day on working the thesis. Over the course of three months, I interpreted 15 pages of interview transcript, surveyed 155 participants and analysed 734 documents. This amounted to a study of 98 pages containing 259.000 characters. An additional 58 pages of front pages, indexes and appendices brought the total amount to 166 pages.
This work surpasses anything I have published so far. While I feel pretty confident about the quality of the text, I am curious about the feedback from my examiners at the University of Augsburg. I will post key findings of the study no later than February 22nd, 2010.
Image: sxc.hu | Jean Scheijen
Tags: Internet Bashing, Masterarbeit, Uwe Boll, YouTube
Internet Bashing is a form of harsh, hostile attacks on persons or products that often occur among groups of Internet users. Within the scope of a master thesis, Jan-Mathis Schnurr explores its social dynamics. He is a graduate research assistant at the Institute for Media and Educational Technology, University of Augsburg, Germany. The study seeks to uncover the roots behind Internet Bashing – the origin of the phenomenon itself, who the so called Internet Bashers are and what motives drive them to write these things. Weiterlesen »
Tags: Masterarbeit, Uwe Boll, YouTube
Die neue Ausgabe des studentischen Online-Magazins w.e.b.Square ist erschienen. Das Themenheft “Social Networks – eine schöne Bescherung?” enthält sechs Artikel über Social Networks. Sie fassen jeweils den konkreten Nutzen, besondere Anwendungsweisen oder theoretischen Grundlagen in den Blick. Die Beiträge stammen von Studierenden in Augsburg, Hohenheim und Hannover. Das Editorial schrieb dieses Mal Philip Meyer aus dem Studiengang Medien & Kommunikation. In meinem eigenen Beitrag mache ich mir Gedanken, wie wir uns Gedanken über soziale Netzwerke machen können.
Hinweisen kann ich an dieser Stelle außerdem gleich auf die dritte w.e.b.Square-Tagung am 22. Januar 2010. Die Vorträge schließen an das aktuelle Themenheft an und steht unter dem Motto “Bekannt, befreundet, vernetzt! Wie soziale Netzwerke unser Leben prägen”. Im Rahmen des Termins präsentieren Studierende aus einem Seminar des Instituts für Medien und Bildungstechnologie ihre Arbeiten. Details finden sich in der Pressemitteilung zur Veranstaltung sowie bei Tami.
Tags: Soziales Netzwerk, Vortrag, w.e.b.Square
Seit Wochen besetzen Studierende in Österreich, Deutschland und im Ausland die Hörsäle ihrer Hochschulen. Mein Studium ist bereits beendet, trotzdem habe ich kurz nach Beginn der zweiten Protestwelle in diesem Jahr mehrmals die Plenumssitzungen im Augsburger Audimax besucht. Ich hatte den Eindruck, dass die Besetzung ehemals zerstrittene Gruppen vereinte; Neben Vertretern des Aktionsbündnisses für freie Bildung (CONTRA) und politisch aktiven Studierenden gehören auch Ehemalige des Allgemeinen Studierendenausschusses zum harten Kern der Besetzer. Darüber hinaus gab es Solidaritätsbekundungen aus Lehrstühlen und Professuren. Mehrmals in jeder Woche hielten Lehrende Vorträge zu (bildungs-)politischen Themen.
Bemerkenswert fand ich einen Vortrag von Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel von der Europäischen Ethnologie/Volkskunde. Sie sagte offen, die Mitarbeiter der Hochschulen seien nach den Beschlüssen von Bologna 1999 unzureichend informiert gewesen. Daher seien sie auch unzureichend darauf vorbereitet, den eingeleiteten Prozess umzusetzen. Bologna habe das Gegenteil seines Ziels erreicht: Statt einem einheitlichen Bildungsraum in Europa sei es nun sogar schwieriger als zuvor, Auslandsemester zu organisieren. Die Umsetzung der Modularisierung sei chaotisch. Gleichzeitig warnte sie davor, lediglich die Rückkehr zur Universität von 1999 zu fordern. Das alte Hochschulsystem sei alles andere als perfekt gewesen. Stattdessen sollte der Bologna-Prozess reformiert werden. Weiterlesen »
Tags: AStA, Bildung
Ich habe in meinem kurzen Text zu Slender Man die unheimliche YouTube-Serie Marble Hornets bereits einmal erwähnt. Mittlerweile läuft das Format anscheinend sehr erfolgreich. Fast 150.000 Kanalaufrufe in knapp sechs Monaten und 20.000 bis 100.000 Zugriffe auf jeden der einzelnen Beiträge sind für eine Amateurproduktion schon ziemlich gut. Über 2000 Menschen folgen Marble Hornets auf Twitter.
Marble Hornets ist in der Serie der Titel eines fiktiven Schulfilmprojekts. Während der Vorbereitungen kam es immer wieder zu seltsamen Vorfällen und schließlich brach Regisseur Alex die Dreharbeiten ganz ab. Einige Jahre später sichtet Jay, ein Bekannter von Alex, die Bänder aus den Probeaufnahmen und stößt dabei auf beunruhigende Bilder. Es scheint, als werde Alex erst in den Wäldern vor der Stadt und schließlich direkt in seinem Haus von einer übernatürlichen Gestalt verfolgt. Jay beginnt, auf YouTube Ausschnitte aus dem Material zu veröffentlichen. Weiterlesen »
Tags: ARG, Erzählen, Online-Community, Realitätskonstruktion
Terrorismus ist die Anwendung von Gewalt, um politische, religiöse oder ideologische Ziele zu erreichen. Das ist die allgemein akzeptierte Definition. Noam Chomsky schließt daraus, dass die USA als sein Heimatland durch ihre Geschichte hindurch in Terrorismus verstrickt sind. Anhand der Ereignisse von 1985 als einem der am schwersten von terroristischen Gewalthandlungen gezeichneten Jahre der Weltgeschichte zeigt er die heuchlerische Morals des Westens auf.
Zu Beginn seines Vortrags mit dem Titel “Distorted Morality” an der Harvard University erläutert er den biblischen Begriff des Heuchlers: Es handelt sich um einen Menschen, der anderen Standards auferlegt, die für ihn selbst keine Gültigkeit haben sollen. Laut Chomsky sind wir sind alle Heuchler, was den internationalen Terrorismus anbetrifft. Weiterlesen »
Tags: Gewalt, Heuchler, Moral, Terror