Archiv für die Kategorie 'Studium'

BlogPhilip hat sich im Anschluss an ein Seminar an der Universität Augsburg mit Bloggen als Prüfungsleistung auseinandergesetzt. Sein Beitrag fasst aus seiner eigenen Perspektive Stolpersteine zusammen, mit denen sich Studenten konfrontiert sehen können. Diese Einschätzung reichert er mit theoretischem Hintergrundwissen an. Seine Ausgangsthese ist, Blogs in der Hochschulbildung förderten zwar das eigenständige Denken und Entscheiden, Beiträge für die Universität zu schreiben mache aber keinen Spaß. Der Frage, warum dies so ist, nähert er sich auf Grundlage des Zürcher Modells der sozialen Motivation.

Als mögliche Stolpersteine beim Bloggen als Prüfungsleistung identifiziert er geringe Selbstbestimmtheit der Autoren, fehlende Gemeinschaft der Autoren, Unsicherheit infolge eines mangelnden Gefühls eigener Kompetenz im Bezug auf das Thema, über das gebloggt werden soll, sowie Unklarheiten im Bezug auf Rahmenbedingungen, wie oft, in welchem Umfang und mit welchen Inhalten gebloggt werden soll oder im Bezug auf die Bewertungskriterien, die von Dozenten angelegt werden. Die Studierenden in seinem eigenen Seminar hätten sich mehr Anleitung, klare Rahmenbedingungen und ein verbindliches Bewertungsraster gewünscht.

Ich kenne diese Stolpersteine beim Bloggen als Prüfungsleistung aus meiner eigenen Studienzeit. Deshalb finde ich es gut, dass Philip sie im Anschluss an sein Seminar zusammenfasst. Für Dozenten nützlich ist darüber hinaus seine Empfehlung für ein vorliegendes Bewertungsschema der TU Ilmenau. Es eignet sich als Orientierung bei der Konzeption von Seminaren.

Foto: sxc.hu | Svilen Milev

Cmap Tools LogoMit der Visualisierung von Konzepten arbeite ich seit Oktober 2004. Gabi war es damals ein Anliegen, uns Concept Mapping und Mind Mapping als Techniken schon zu Beginn unseres Studiums an der Universität Augsburg nahezubringen und uns dazu befähigen, sie für unseren Umgang mit komplexem Wissen gezielt einzusetzen. Mapping hat mir geholfen bei der Vorbereitung von Klausuren, um meine Gedanken zu systematisieren und um in Projektgruppen Ideen zu sammeln. Derzeit habe ich parallel vier Werkzeuge für unterschiedliche Zielrichtungen von Mapping auf meinem Arbeitsrechner installiert. Meine Erfahrungen mit diesen und meine Empfehlungen, welches Programm für welchen Zweck besonders geeignet ist, möchte ich in diesem Beitrag weitergeben. Weiterlesen »

University of AugsburgInternet Bashing is a form of harsh, hostile attacks on persons or products that often occur among groups of Internet users. In February 2010, I completed my master’s thesis at the University of Augsburg, Germany, which explored its social dynamics. The study sought to uncover the roots behind Internet Bashing – the origin of the phenomenon itself, who the so called Internet Bashers are and what motives drive them to write these things.

Case: In order to uncover the roots behind Internet Bashing, the study focused on a prominent and up-to-date single case: the case of the movie director Uwe Boll, chair of Boll AG, a German company focused on producing and distributing films for an international market. Since his international breakthrough with the film “House of the Dead” in year 2003, film critics have been less than enthusiastic about the prolific filmmaker’s output. The Internet community has latched onto the name “Uwe Boll” and equated it with everything that is wrong with cinema, which in turn made him one of the most antagonized directors among film fans worldwide. It is by far the biggest and most intense case of Internet Bashing one can find today. Based on the high amount of diverse opinions expressed about Uwe Boll in social media on the Internet, it is an ideal case to start with. Weiterlesen »

Jan

Fachfremde Korrektur

KorrekturEs ist gerade einmal vier Wochen her, dass ich meine Masterarbeit im Prüfungsamt der Universität Augsburg abgab. Nun sitze ich schon an der nächsten Abschlussarbeit. Nur diesmal nicht an meiner eigenen, sondern an der einer Freundin. Der Text aus dem Fachbereich Europäische Kulturgeschichte steht kurz vor der Fertigstellung. Meine Aufgabe war es, seine inhaltliche Struktur noch einmal zu prüfen und auf Unklarheiten hinzuweisen.

In meiner Tätigkeit für w.e.b.Square habe ich schon viele Abschlussarbeiten gelesen, die wir in den Ausgaben des Online-Magazins veröffentlichten. Texte von Studierenden aus Fächern ohne Medienbezug habe ich dagegen bisher kaum bearbeitet. Umso interessanter war die Lektüre über das Tafelzeremoniell im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Mir fiel vor allem auf, dass sich der Text deutlich erzählerischer gestaltete, als ich es aus anderen Fachbereichen gewohnt bin. Das ist logisch, geht es doch darum, umfangreiche historische Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Interessanterweise ist trotzdem, so habe ich mir sagen lassen, eine möglichst verschachtelte Satzstruktur erwünscht. Unter einigen Lehrenden scheint die Ansicht verbreitet zu sein, ein für den Laien möglichst unverständlicher Text sei ein Qualitätsmerkmal. Diese Disparität zwischen notwendiger Anschaulichkeit und erwünschter Sperrigkeit finde ich bemerkenswert.

Da war ich froh, dass sich die mir vorliegende Arbeit nicht unbedingt an diese Vorgaben hielt. Der Text war nicht nur interessant und fachlich fundiert, sondern auch flüssig zu lesen. Ich habe bis zu den letzten Seiten hin gerne an der Korrektur gearbeitet und so zu einem hoffentlich gelungenen Studienabschluss beitragen können.

Foto: sxc.hu | Guillermo Alvarez

Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Bücherstapel My master’s thesis on Internet Bashing employed both quantitative and qualitative methods. Phase two of the three phases of the research surveyed a sample of n=155 users of the video sharing website YouTube. Quantitative data from this phase was used to contrast qualitative data from a semi-structured expert interview with Uwe Boll, chairman of Boll AG, and from an archival analysis of n=734 comment pages on YouTube. As the last question of the survey, I implemented an open question: “Is there one last thing you would like to say to the person conducting this survey?” In this blog post, I reply to comments the participants submitted when answering this question. Weiterlesen »

Bücherstapel My master’s thesis “Us Against You – Internet Bashing as the group dynamic of public invective targeting the movie director Uwe Boll on the video sharing website YouTube” is finally finished. I evaluated 119 publications since October 2007 and since November 2009, I spent 9 to 12 hours a day on working the thesis. Over the course of three months, I interpreted 15 pages of interview transcript, surveyed 155 participants and analysed 734 documents. This amounted to a study of 98 pages containing 259.000 characters. An additional 58 pages of front pages, indexes and appendices brought the total amount to 166 pages.

This work surpasses anything I have published so far. While I feel pretty confident about the quality of the text, I am curious about the feedback from my examiners at the University of Augsburg. I will post key findings of the study no later than February 22nd, 2010.

Image: sxc.hu | Jean Scheijen

FragezeichenInternet Bashing is a form of harsh, hostile attacks on persons or products that often occur among groups of Internet users. Within the scope of a master thesis, Jan-Mathis Schnurr explores its social dynamics. He is a graduate research assistant at the Institute for Media and Educational Technology, University of Augsburg, Germany. The study seeks to uncover the roots behind Internet Bashing – the origin of the phenomenon itself, who the so called Internet Bashers are and what motives drive them to write these things. Weiterlesen »

Jan

Unsere transhumane Zukunft

RoboterEs ist schon einige Jahre her, da besuchte ich ein Seminar aus dem Fachbereich Philosophie über die Zukunft von Information. Es ging neben Themen wie Informationsethik um die Begrenztheit im Umgang mit Information von uns Menschen selbst. In unsere Köpfe passen nicht unendlich viele Informationen. Alles, was wir erschließen, müssen wir uns mühsam erarbeiten und längst nicht alles, was wir aufnehmen, können wir in unser individuelles Orientierungssystem aufnehmen. Im Laufe des Seminars kamen wir einmal auf Ansätze des Transhumanismus zu sprechen. Es geht um die Veränderung beziehungsweise Verbesserung des Menschen mit Hilfe von Technik, wie etwa die Steigerung der Speicherfähigkeit seines Gehirns durch Implantate. Weil mir die Diskussion über diese Ansätze damals zu schnell wieder vorbei war, lese ich heute gerne über unsere vielleicht gar nicht mehr ferne transhumane Zukunft. Weiterlesen »

Flinke FingerIn den vergangenen drei Tagen habe ich nach längerer Bearbeitungszeit eine kleine Studie zu Politically Incorrect News mit dem Titel “Enfant terrible der deutschen Blogosphäre” fertig gestellt. Eingereicht habe ich den Text am Lehrstuhl für Soziologie der Universität Augsburg als Seminararbeit, vom Aufwand her war es aber mehr eine Bachelorarbeit. PI-News zählt seit geraumer Zeit zu den am häufigsten verlinkten Weblogs der deutschsprachigen Blogosphäre. Seine Urheber verstehen sich als alternatives Nachrichtenangebot zum publizistischen Mainstream. Inhaltlich positionieren sie sich für die Positionen der USA und Israels, für das Grundgesetz der Bundesrepublik und für Menschenrechte. Bekannt ist das Gruppenblog aber vor allem für Positionen, die seine Redaktion als islamkritisch, Kritiker als islamophobisch bezeichnen. Als Medien-Watchblog setzen sich die Autoren mit Inhalten und Formaten der ihrer Ansicht nach weitgehend gleichgeschalteten Medienangebote auseinander – lauter eigener Angabe nach Morddrohungen heute von Servern im Ausland aus und meist unter Pseudonymen. Weiterlesen »

YouTubeDa YouTube der Gegenstand meiner Masterarbeit ist, lese ich gerade Fachliteratur zu dem Videoportal. Es gibt für mein Forschungsinteresse eine Reihe von Artikeln und Tagesbeiträgen, ein Kapitel in einem Sammelwerk, aber keine umfangreichen Studien. Zur Ökonomie der Aufmerksamkeit auf YouTube habe ich gerade eine Diplomarbeit der Universität der Künste zu Berlin ausgewertet. Marie von dem Berge erfasst in “Aufmerksamkeit im YouTube-System” aus dem Jahr 2007 mittels Regressanalysen die Bestimmungsgrößen von Aufmerksamkeit für professionelle Videos und Beiträge von Amateuren über einen Zeitraum bis 14 Tagen nach der Einstellung in die Plattform.

Mit der Ökonomie der Aufmerksamkeit im theoretischen Teil war ich schon ganz gut vertraut, einschlägige Publikationen dazu habe ich im Februar gelesen. Das Kapitel zu Sichtweisen auf das Phänomen Aufmerksamkeit ist mir in diesem Zusammenhang etwas zu referierend ausgefallen. Ich vermute außerdem, dass einige Zitate aus zweiter Hand einem Sammelband entnommen und dann mit Verweis auf die Originalquellen zitiert wurden. Mir fiel das auf, weil ich den betreffenden Sammelband selbst schon exzerpiert habe und die Aussagenstruktur dort wiederfinde. Im Vergleich dazu finde ich das Kapitel zu akkumulierter Aufmerksamkeit und ihre Bedeutung in den Medien überzeugend; Hier ist der Anteil eigener Reflexionen wesentlich ausgeprägter.

Im praktischen Teil werden quantitative Indikatoren von Aufmerksamkeit im Internet fokussiert – Klicks. Im Rahmen der Arbeit wird aus nachvollziehbaren Gründen die qualitative Dimension von Aufmerksamkeit nicht berücksichtigt – Beziehung. Die Ergebnisse liefern ein recht aufschlussreiches Bild von den Aufmerksamkeitsakkumulationsprozessen auf YouTube. Die endogenen und exogenen Faktoren dieser Operationalisierung sind auf jeden Fall einen Blick wert, wenn man sich mit der systematische Analyse von Videoportalen beschäftigt. Für meine Masterarbeit wichtig ist der Befund, dass der Faktor “Diskussionspotenzial”, der sich über die Anzahl der Kommentare entwickelt, zwar anfänglich für die Anzahl der Klicks von hoher Bedeutung ist, für die Akkumulation von Aufmerksamkeit längerfristig jedoch keine Bedeutung hat.

Foto: sxc.hu | Michal Zacharzewski

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