In den vergangenen Tagen habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht, wie rasend schnell sich Informationen in sozialen Netzwerken mittlerweile verbreiten und ob Unwahrheiten bei der Weiterleitung überhaupt entdeckt werden. Websites, auf die Meldungen in sozialen Netzwerken verlinken, werden manchmal nur oberflächlich oder überhaupt nicht gelesen. Trotzdem leiten Nutzer die Meldungen weiter – weil sie spannend klingen oder weil sie gerne unter den Ersten sein möchten, die von der Nachricht wussten. Sie klicken unter diesen Umständen bei einer spannenden Überschrift sofort auf “Retweet” oder sie nutzen die Wall in Facebook als Linksammlung für ihre Bekannten und legen dort alles ab, was auf den ersten Blick interessant erscheint.
Entscheidend für den Erfolg einer Botschaft in diesem System ist, ob sie in den ersten 70 Zeichen (SEO-Richtwert für die Anzeige in Suchergebnissen), zum Klick auf die Meldung motiviert oder ob sie in 100 bzw. 26 Zeichen (Twitter-Richtwert, damit noch Platz für Retweets ist bzw. für Indexierung von Tweets in Suchmaschinen) zur Weiterverbreitung anregt. Bei derart kurzen Informationseinheiten ist die Prüfung des Wahrheitsgehalts nur schwer möglich. Für mich heißt das, dass sich Unwahrheiten in sozialen Netzwerken nicht nur leichter verbreiten, sondern ohne ergänzende Informationen nicht aufgedeckt werden können.
Mit den Recherchen zu dieser Thematik stehe ich noch am Anfang. Unterhaltsam und angenehm komprimiert bringen zum Beispiel einige der Beiträge des LPR-Forum Medienzukunft die Thematik auf den Punkt. (An dieser Stelle Danke an Uwe für die Empfehlung.) Forschungspublikationen, die sich fokussiert mit diesem Thema auseinander setzen, habe ich bisher noch keine gefunden. Über Hinweise freue ich mich, das Thema ist spannend!
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Im Rahmen meiner Anstellung als Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Kommunikationswissenschaft der Universität Augsburg arbeitete ich unter anderem in dem Forschungsprojekt “News value and narrativity in professional journalism and user-generated news on the www”. Meine Aufgaben schlossen Beteiligungen am Codebuch der Studie, der Codierung, der Auswertung der Daten, der Literaturrecherche und die Koautorenschaft ein. Die Ergebnisse der Studie von Prof. Christiane Eilders mit Unterstützung meiner Kommilitonen Sebastian Geißler, Michael Hallermayer und Michael Noghero sowie meiner selbst ist mittlerweile im Journal M&K – Medien & Kommunikationwissenschaft erschienen. Der Titel lautet “Zivilgesellschaftliche Konstruktionen politischer Realität – Eine vergleichende Analyse zu Themen und Nachrichtenfaktoren in politischen Weblogs und professionellem Journalismus”. Die Publikation kann über die Internetpräsenz des Nomos Verlags bezogen werden.
Ich habe den fertigen Beitrag als Einzelheft und als Sonderdruck erhalten. Wer außerhalb des Autorenkreises die Beiträge lesen möchte, muss die gedruckte Ausgabe von M&K als Einzelheft oder im Abonnement erstehen. Ich weise darauf hin, weil die Problematik, ein gedruckte Ausgabe kaufen zu müssen, wie Jan Schmidt beschreibt von der DGPuK bereits 2007 diskutiert wurde. Ich hoffe, es gibt in naher Zukunft auch aktuelle Online-Ausgaben.
Es fällt mir nie leicht, eine längerfristige Tätigkeit loszulassen, mit der ich mich Monate oder Jahre lang beschäftigt habe. i-literacy ist nun wieder so ein Projekt, von dem ich mich mit einem gewissen Wehmut verabschiede: Ich arbeitete von April 2008 bis September 2009 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Entwicklung, Pilotierung und Evaluation des 2007 initiierten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts mit. Bedingt durch das Ende meines Studiums scheide ich zum 30. September aus Gruppe der Mitarbeiter aus.
i-literacy ist eine lernförderliche Infrastruktur mit dem Ziel, die überfachliche Informationskompetenz unserer Studierenden auf ein hohes akademisches Niveau zu bringen, ihre Leistungen im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens nachhaltig zu unterstützen und sie dadurch im Anschluss an ihr Studium gut vorbereitet in das Berufsleben zu entlassen. Das didaktische Rahmenmodell wurde in zahlreichen Publikationen und Vorträgen vorgestellt, zuletzt in meinem Vortrag im Rahmen der E-Learning 2009 in Berlin. Für einen umfassenden Überblick empfehle ich den aktuellen Arbeitsbericht.
Zum Ende meiner Tätigkeit möchte ich mich bei den beiden Projektleiterinnen Nina Heinze und Hannah Dürnberger für die stets angenehme, produktive Zusammenarbeit bedanken. Das war eine gut Zeit mit euch. Für mich war es eine wichtige Erfahrung, an dem Projekt mitarbeiten zu dürfen. Ich freue mich, wenn i-literacy weiter verstetigt, evaluiert und ausgeweitet wird.
Das war sie also, meine erste Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress. Die Tagung E-Learning 2009 vereinte unter dem Titel “Lernen im Digitalen Zeitalter” Teilnehmer der 14. Europäische Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft, der 7. e-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik und Nominierte für die 10. Verleihung des mediendidaktischen Hochschulpreises Medida-Prix.
Wir als Institut für Medien und Bildungstechnologie (imb) der Universität Augsburg hatten uns ebenfalls für den Medida-Prix beworben. Zusammen mit neun weiteren Projekten zogen wir in die Finalrunde ein. Im April diesen Jahres hatte ich außerdem zusammen mit Nina Heinze einen Beitrag für die Tagung eingereicht. Nun erhielt ich die Ehre, unsere lernförderliche Infrastruktur i-literacy am imb im Track “Nachhaltige Integration von Blended Learning” dem Publikum vorstellen zu dürfen.
Mein Vortrag vor ca. 60 Wissenschaftlern im Cambridge-Saal des Science & Conference Centers auf dem Campus der Freien Universität Berlin lief nach meinem Eindruck sehr gut. Die Nachfragen waren durchweg positiv. Ein Bedarf war zu spüren nach den Ergebnissen der laufenden Evaluationen der drei Säulen unseres Modells. Meine Empfehlung an das imb ist es deshalb, einen weiteren Forschungsbericht über messbare Erfolge des Projekts im kommenden Wintersemester zu publizieren.
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Wie die Pressestelle der Universität Augsburg vermeldet und auch im e-Denkarium nachzulesen ist, wurde ein Konzept des Instituts für Medien und Bildungstechnologie (imb) zusammen mit neun weiteren Einreichungen für das Finale des Medida Prix ausgewählt. Der Medida Prix ist der mit 100.00 Euro dotierte Preis der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW). Er wird vergeben an wissenschaftliche Einrichtungen, die digitale Medien innovativ und nachhaltig in die Hochschullehre einbinden. Die Nominierung freut mich für das gesamte Team.
Verliehen wird der Preis am 16. September im Rahmen der 14. Jahrestagung der GMW an der FU Berlin. Ich werde zusammen mit einer Gruppe des imb anreisen, das Konzept aber nicht im öffentlichen Hearing vorstellen. In dem eingereichten Dokument “Von der kreativen Idee zur alltagstauglichen Lehr- und Lerninnovation: mediendidaktische Entwicklungsforschung am Augsburger Institut für Medien und Bildungstechnologie” werde ich als Mitarbeiter genannt, mein Beitrag beschränkte sich aber auf Feedback während des umfangreichen Entstehungsprozesses. In der Vorbereitung auf die Tagung konzentriere ich mich stattdessen auf die Präsentation des Beitrags zum Projekt i-literacy.
In der OPUS-Datenbank der Universität Augsburg ist seit heute Arbeitsbericht 24 des Instituts für Medien und Bildungstechnologie abrufbar. i-literacy ist ein im Rahmen des DFG-Projekts „Aufbau eines IT-Servicezentrums“ entwickeltes Modell, das dazu beitragen soll, die überfachliche Informationskompetenz von Studierenden auf ein hohes akademisches Niveau zu bringen, ihre Leistungen im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens zu unterstützen und sie mit diesen Fertigkeiten gut vorbereitet in das Berufsleben zu entlassen.
Der Beitrag von Nina Heinze und mir bildet die bisherige Laufzeit des Projekts in Form eines Überblicks ab. Angefangen bei didaktischen und theoretischen Grundannahmen, über Bedürfnisanalysen mittels Befragungen und Beobachtungen unter Studierenden, zeigt er die Entwicklung des Modells als lernförderliche Infrastruktur, seine Implementierung in einem gestaffelten Aufbau mit technischen, organisationalen und kulturellen Säulen bis hin zu weiteren Entwicklungspotenzialen für eine Ausweitung des Projekts auf andere Hochschuleinrichtungen und zu Plänen der Weiterentwicklung von i-literacy als Open Educational Resource.
Gestern traf die Rückmeldung des Organisationskomitees der 14. Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) ein. Der Beitrag “Integration einer lernförderlichen Infrastruktur zur Schaffung neuer Lernkulturen im Hochschulstudium” von Nina Heinze und mir zum Project i-literacy wurde von den GutachterInnen im oberen Drittel der Einreichungen angenommen. Jetzt gilt es, die Vorschläge aus den Gutachten in eine finale Version einzuarbeiten, die im Tagungsband der GMW ’09 im Waxmann Verlag veröffentlicht werden wird. Im September werde ich dann im Rahmen der Tagung unseren Beitrag an der Freien Universität Berlin vorstellen.
Besonders gefreut hat mich ein Gutachten, bei dem ich sehr deutlich merke, dass sich die Autorin oder der Autor eingehend mit dem Text auseinandergesetzt hat. Das Fazit zu unserem Beitrag fällt positiv aus, gleichzeitig liefert das Gutachten wertvolle Hinweise, was bis zur endgültigen Deadline an dem Text noch verbessert werden kann. Wir konnten anscheinend das Interesse der Gutachter wecken. Das mache ich daran fest, dass die Nachricht mit dem Vorschlag schließt, eine Evaluation von i-literacy durchzuführen und die Ergebnisse im Rahmen der GMW-Tagung im nächsten Jahr zu präsentieren. Momentan konzentrieren wir uns auf den Ausbau der Online-Ressource und die Verankerung des Angebots an der Hochschule, aber vielleicht klappt es mit der Evaluation im nächsten Jahr.