Archiv des Monats vom Februar, 2009

Jan

Datenbankbereinigungen

BücherstapelIch arbeite seit 2007 an der Datenbank, die das theoretische Fundament meiner Masterarbeit darstellt. Für die Literaturverwaltung und Wissensorganisation nutze ich die kostenlose und komfortable Software Citavi, die mir auch schon für meine Bachelorarbeit gute Dienste geleistet hat. Während meine Problemstellung der Masterarbeit immer gleich blieb, habe ich meine Forschungsfragen und den Forschungsgegenstand im Laufe der Zeit mehrfach präzisiert. Aktuell mache ich mich deshalb daran, meine Datenbank zu bereinigen, um nur diejenigen Einträge zu behalten, die ich jetzt noch benötige. Das wird ein großes Stück Arbeit.

Die magischen Schwelle von 100 Literaturquellen habe ich seit einiger Zeit durchbrochen, aktuell führt die Statistik 128 Titel auf. Exzerpiert habe ich daraus 725 Textfragmente. Ich habe diese vor einigen Tagen in den Writer kopiert um zu sehen, wieviel Text das ist. Bei einer Schriftgröße von 12pt in Arial Unicode MS komme ich auf 245 Seiten. Ich habe also im Laufe des letzten Jahres ein ganzes Buch abgetippt. Dieses Buch muss ich nun wiederum sehr genau lesen und jedes Fragment daraus in mein 35 Kategorien umfassendes Wissensorganisationssystem einordnen. Glücklicherweise habe beim Exzerpieren den größten Teil der Fragmente bereits zugeordnet, so dass ich mich jetzt darauf konzentrieren kann, die Datenbankbereinigung anhand meiner vorläufigen Gliederung vorzunehmen. Weiterlesen »

AStASeit meinem letzten Beitrag über die öffentliche Wahrnehmung der Studierendenvertretung der Universität Augsburg habe ich per E-Mail viele Zuschriften erhalten und 30 bis 40 Nachrichten mit Mitgliedern des AStA und der Hochschule ausgetauscht. Gefreut haben mich vor allem einige sehr persönliche Texte. Das war überwältigend, danke dafür! Gestern habe ich mich mit einem hochschulpolitischen Vertretergetroffen und dabei die Lage partizipatorischer Strukturen auf der Ebene der Studierendenschaft diskutiert. Aus diesen Anregungen habe ich heute einen Vorschlag zur Überarbeitung der bestehenden Referatsstruktur des AStA entwickelt, der einige der Probleme aus meiner Sicht lösen könnte. Die Struktur kommt  beispielsweise an der RWTH Aachen erfolgreich zum Einsatz. Eine Satzungsänderung des AStA der Universität Augsburg ist dazu nicht notwendig, trotzdem werde ich diesen Vorschlag an die Mitglieder des studentischen Konvents richten. Weiterlesen »

AStADominik schreibt über ein Banner mit der Aufschrift “Bachelor-Berufsschule”, das Anfang Februar für kurze Zeit am Präsidialgebäude der Universität angebracht war. Dies nimmt er zum Anlass für eine generelle Kritik am Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Sein Beitrag gipfelt in der diffamierenden Behauptung, AStA-Sympathisanten säßen ohnehin nur faul in Studentenkneipen. Dazu möchte ich als Öffentlichkeitsreferent eine Klarstellung vornehmen.

Konvent/Specherrat/AStA unternehmen solche Guerilla-Aktionen nicht, da sie eine Linie konstruktiver Gesprächen mit der Hochschulleitung verfolgen, zweitens würden diese studentischen Zusammenschlüsse im Allgemeinen einen V.i.S.d.P. angeben. Hinter dem Banner vermute ich das Aktionsbündnis für freie Bildung (CONTRA), das unlängst auch die Schilder im Hörsaalzentrum beschädigte,  genaueres ist mir nicht bekannt.

Der AStA der Universität Augsburg scheint durch die fortwährende Proliferation meistens pauschalisierender, häufig auch uninformierter Kritik wie dieser mittlerweile in der Studierendenschaft als Feindbild etabliert zu sein. Es ist immer der eigentlich hochschulpolitisch unbedeutende AStA, weil meines Erachtens 90 Prozent der Studierenden das Augsburger Modell nicht verstehen, weil Konvent und Sprecherrat im Gegensatz zum AStA öffentlich kaum sichtbar sind. Das ist bedauerlich, da dadurch das Engagement der AStA-Referenten, die 6 bis 20 Stunden in der Woche oder mehr in ihre Aktivitäten investieren, oft zu Unrecht schlecht gemacht wird und andererseits die Attraktivität eines ehrenamtlichen Engagements auf der hochschulpolitischen Ebene der Universität weiter sinkt. Weiterlesen »

07-03-02-racter-the-policemans-beard-is-half-constructedÜber einen Vortrag von Klaus Mainzer kam ich auf das Thema der Erzählmaschinen, faszinierende Algorithmen, die Prosa und Poesie hervorbringen, die in manchen Fällen von menschlichen Autoren zu stammen scheinen. Im Zuge einer etwas längeren Recherche stieß ich dabei unter anderem auf Racter. Racter ist ein Kunstname, der sich aus der Verkürzung von “Raconteur” (Erzähler) auf sechs Zeichen ergab, die maximale Länge der von Dateinnamen, die bestimmte Betriebssysteme Anfang der 1980er Jahre verwalten konnten. Bei Racter handelt sich um ein computergestütztes Frage/Antwort-System, welches Texteingaben syntaktisch analysiert und in der Lage ist, mit einem Benutzer in einen Dialog zu treten.

Angeblich soll die künstliche Intelligenz auch das Buch “The Policeman’s Beard Is Half Constructed” verfasst haben, aber dies ist mehr als zweifelhaft, da die beiden Autoren des Programms, William Chamberlain und Thomas Etter, nie eine Version vorlegen konnten, die eigenständig längere Texte verfassen konnte. Ich gehe deshalb davon aus, dass kräftig nachgeholfen wurde, um aus einer Vielzahl von Textfragmenten Racters dieses Buch zu komponieren. Weiterlesen »

Jan

Human Dynamics

Kürzlich erhielt ich eine Einladung zu einer Mitarbeiterfortbildung des Zentrums für Weiterbildung und Wissenstransfer an der Universität Augsburg. Die Veranstaltung “Stressfrei zusammen arbeiten” soll dazu anleiten, unterschiedliche Persönlichkeitsdynamiken in Gruppenprojekten zu berücksichtigen dadurch Spannungen zu minimieren. Die Veranstalter sehen im Respekt vor der Andersartigkeit der eigenen Mitmenschen den Schlüssel zum erfolgreichen arbeiten. Klingt soweit ganz sympathisch.

In meinem Studiengang Medien & Kommunikation sind Gruppenprojekte mit kooperativen oder kollaborativen Arbeitsformen der Normalfall. Außerdem habe ich mich stark im Begleitstudium Problemlösekompetenz der Professur für Medienpädagogik engagiert, in dem Aufgaben auschließlich gemeinsam angegangen wurden. Als Tele-Tutor habe ich in einer Einführung zur qualitativen Sozialforschung die knifflige Aufgabe kennengelernt, Teilnehmer einer Lehrveranstaltung zu motivieren und in guter Stimmung zu halten. Ärger hatte ich bei Gruppenprojekten in Einzelfällen auch. Ich habe im Anschluss versucht, sie als positive Erfahrungen für meine Persönlichkeitsentwicklung zu reflektieren und daraus zu lernen. Im Laufe der Zeit habe ich ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass jeder mit der Gruppe gut zusammenarbeiten will, sich manchmal aber unterschiedliche Erwartungen und Persönlichkeiten entgegenstehen. Daraus entstehen Spannungen, die man allerdings durch gemeinsame, offene Gespräche aufheben kann. Denn letztendlich haben wir als Menschen alle ähnliche soziale Grundbedürfnisse. Weiterlesen »