Archiv des Monats vom April, 2009

AStAIch habe eben in meiner Übersicht nachgeschaut und festgestellt, dass ich zuletzt im Schnitt 34 pro Monat in den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Augsburg investiert habe. Gezählt habe ich in den letzten sieben Monaten alle Stunden, in denen ich für den AStA konzentriert vor dem Rechner saß, Termine wahrnahm oder mich an Veranstaltungen beteiligte. Ich notiere für Arbeitszeiten für meine Stellen an der Universität, deshalb ist der Aufwand für mich gering, auch die Zeiten für das ehrenamtliche Engagement am selben Ort zu notieren.

Im Hinblick auf die durch zwei Stellen, zwei Forschungsprojekte und weitere private Projekte verzögerte Masterarbeit habe ich deshalb beschlossen, diesen Zeitaufwand für den Rest meiner Amtszeit auf 20 Stunden pro Monat zu reduzieren. Ich möchte endlich voll in die Materie einsteigen und dazu muss ich in anderen Bereichen zurückstecken. Nach einer ruhigen Zeit im März diesen Jahres gab es zum Beginn des Sommersemesters wieder viel zu tun. Im vergangenen Semester habe ich schon einmal relativ erfolgreich versucht, mich nach dem anstrengenden Relaunch der Internetpräsenz des AStA im November zurückzunehmen. Mir macht die Arbeit nur manchmal zu viel Spaß, um aufzuhören – auch wenn man ich manchmal mit unangenehmen Erfahrungen konfrontiert war. Weiterlesen »

Jan

Intravenöser Egozentrismus

MagazineAn der Universität liegen massenhaft werbefinanzierte Magazine aus mit Tipps zu Studium, Nebenjob, Karriere, Praktika, Ausland, Lebenslauf, Engagegement, Urlaub, Konsum und Partnerschaft – die zentralen Säulen des studentischen Lebens, oder zumindest diejenigen, die die Redaktionen gegenüber ihren Inserenten für vertretbar halten. In Bergen stapeln sie sich, Berge davon, halb gelesen, mit Kaffeeflecken übersäht, dann auf dem Boden, zerfleddert, zertrampelt, bis sich die Putzkolonne nachts ihrer erbarmt und sie tonnenweise in dem Müll wandern lässt. Am morgen liegen sie wieder überall aus. Wie ein hartnäckiger Pilzbefall, der einfach nicht auszurotten ist.

Ich kann hier nicht adäquat ausdrücken, was ich davon halte. Stattdessen möchte ich kurz anhand von einigen Beispielen darauf eingehen, wie effektiv ihre Leitfäden zu politisch korrektem Engagement einen intravenösen Egozentrismus in der Studierendenschaft kultivieren. Weiterlesen »

Gravity BoneAuf Gravity Bone wurde ich aufmerksam, nachdem der Titel die Auszeichnung “Bestes Arthouse-Spiel 2008″ erhielt. Die Kritiker lobten sein markantes Design und seine cinematische Präsentation. Aber außer Andeutungen, dass Gravity Bone auf eine bestimmte Weise außergewöhnlich sein musste, lieferte die Laudatio keine griffige Beschreibung. Mein Interesse war zwar geweckt, ausprobiert habe ich das preisgekrönte Spiel dann aber doch nicht.

Erst mehrere Monate später brachte mich ein Zufall wieder auf Gravity Bone. Nach zwei kurzen Spielsitzungen kann ich sagen: Ich bin begeistert! Der Journalist Kieron Gillen spricht von einer Mischung aus Hitman, No One Lives Forever und Team Fortress 2. Gravity Bone ist ein mit liebevoll gestalteten Details ausgeschmücktes Kunstwerk, das geschickt mit Elementen aus diesen bekannten Titeln spielt, daraus Erwartungen aufbaut und dann gezielt mit ihnen bricht. Bevor ich zu viel verrate, empfehle ich, Gravity Bone bei Blendo Games herunterzuladen, es zu spielen und dann weiterzulesen. Weiterlesen »

Digitale AnwendungenDas Adjektiv “proprietär” kenne ich aus einem der ersten Sachbücher, die ich mir vor fast zehn Jahren allein aus eigenem Interesse gekauft habe. Wendy Goldman Rohms “Die Microsoft-Akte” habe ich damals als anstrengend zu lesen, aber gleichzeitg als ungemein spannend empfunden. Es ging um die Ermittlungen der amerikanischen Justiz- und Kartellbehörden gegen die marktbeherrschende Stellung von Microsoft in den 1990er-jahren und darum, wie Microsoft systematisch Konkurrenten mit legalen und illegalen Methoden aus dem Wettbewerb drängte. Das in der Publikation beschriebene Szenario einer “Herrschaft über die Informationsgesellschaft” konnte Microsoft nicht erreichen, trotzdem haben wir auch heute Monopole in zentralen Anwendungsbereichen. Diese wirken sich in der beinahe ausschließlichen Benutzung von proprietärer Technik anstelle von mitterweile oft gleichwertigen freien Lösungen aus. Das Umdenken dauert noch an. Das spürt man auch an der Hochschule. Weiterlesen »

Jan

Spiele der Erwachsenen

StMWFKDas Bayerische Staatministeriums des Innern versucht in einer aktuellen Pressemitteilung Videospiele, die Beschäftigung mit ihnen und damit einen fundierten Diskurs über sie zu beenden. Es versucht dies durch die diskriminierende Gleichstellung von Spielern mit Kinderschändern und Drogensüchtigen. Ob diese Kommunikation strategisch-bewusst oder unbeholfen-unreflektiert platziert wird, ist nicht auszumachen. In jedem Fall ist in der Pressemitteilung eine doppelte Trivialisierung durch die Politik zu erkennen: (1) Gesellschaftliche Probleme wie Jugendgewalt und Amokläufe werden auf singuläre, simple Ursachen zurückgeführt, ein Diskurs über andere mögliche Ursachen wird dadurch unterdrückt. (2) Die Forschung in einem verschiedenste Forschungsrichtungen beschäftigenden Bereich, der seit Jahren widersprüchliche Aussagen produziert und bei weitem nicht abgeschlossen ist, wird vereinfachend vorweggenommen und dadurch ebenfalls unterdrückt. Weiterlesen »

imbIn der vergangenen Woche habe ich mit der Professur für Medienpädagogik die Aufnahme meines Open-project-Szenarios “Blitzumfrage zum Augsburger Modell” in das Begleitstudium Problemlösekompetenz im Sommersemester 2009 abgesprochen. Studierende aus dem Studiengang Medien & Kommunikation können das Projekt mit 4 LP im Begleitstudium Problemlösekompetenz und mit 2 LP im Nebenfachbereich ihres Curriculums anrechnen lassen. Studierende aus anderen Fachbereichen können mit 4 LP im Begleitstudium teilnehmen. Für die erfolgreiche Durchführung der Befragung kann ich zusätzlich ein Zertifikat des Öffentlichkeitsreferats des AStA ausstellen. Die Anmeldung zum Projekt ist ab morgen möglich im Digicampus oder direkt bei mir.

Worum geht es in dem Projekt? Im Sommersemester 2009 finden an der Universität Augsburg Hochschulwahlen statt. Neben der in jedem Semester stattfindenden Vollversammlung sind sie das wichtigste Instrument studentischer Mitbestimmung. Das Projekt ermittelt in einer Blitzumfrage auf dem Campus und in weiteren Einrichtungen der Universität, ob die Studierenden über das Augsburger Modell der studentischen Mitbestimmung informiert sind. Dazu befragt jeder Teilnehmer Studierende mit einem gemeinsam entwickelten Fragebogen. Die Ergebnisse werden im Anschluss an die Hochschulwahlen im Juni publiziert. Weiterlesen »