Archiv des Monats vom August, 2009

Jan

Keine weitere Amtszeit im AStA

AStAVor zwei Wochen habe ich mir überlegt, noch einmal für eine weitere Amszeit als Öffentlichkeitsreferent des AStA zu kandidieren. Fortsetzen wollte ich die Arbeit an der Internetpräsenz und an Demokratix in diesem Rahmen. Jetzt habe ich mich entschlossen, nicht noch einmal zu kandidieren. Hintergund ist, dass ich bis Februar 2010 an Werktagen um 7:30 Uhr am Bahnhof stehe und gewöhnlich um 20:00 Uhr von einem Praktikum aus München zurück komme. Am Wochenende arbeite ich an meiner Masterarbeit weiter. Außerdem habe ich noch eine Reihe von Projekten, die ich derzeit parallel dazu abschließe. Da bleibt einfach nicht genug Zeit für den AStA. Es bleibt deshalb bei meiner vorherigen Zusage, dass ich als freier Mitarbeiter ein wenig bei der Internetpräsenz mitdenke und als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.

w.e.b.SquareIch habe vor einigen Stunden die beiden Gutachten meines Artikels aus der w.e.b.Square-Chefredaktion erhalten. Beide Gutachten ziehen ein positives Fazit und empfehlen die Veröffentlichung mit geringfügigen Änderungen. Daher sitze ich gerade an der Umsetzung der Vorschläge. Die Gutachterinnen führen vier Anmerkungen zur logischen Struktur des Artikels und zu Quellenbelegen an. In diesem Zuge habe ich Daten aus der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie eingearbeitet und die Überschriften vollständig ausgetauscht. Eine Anmerkung betraf die Frage, ob ein sozio-technisches System Ziele haben kann. Das wäre in der Tat ein Punkt, den ich gerne mit der Gutachterin diskutieren würde. Ich habe zwei Beispiele hinzugefügt, um klarer zu machen, was ich damit meine.

Schließlich möchte ich die Gutachterinnen loben. Wenngleich eine Rückmeldung deutlich umfangreicher, kritischer und nützlicher für mich war, haben mir beide gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Autorinnen in beiden Fällen konstruktiv mit dem Text auseinander gesetzt hatten. Insofern war es ein gutes Beispiel, wie ein Peer Review in einem studentischen Kontext umgesetzt werden kann.

Nachdem ich den Prozess abgeschlossen habe, stellt sich mir allerdings eine Reihe von Fragen: w.e.b.Square soll dazu dienen, Studierende an wissenschaftliches Schreiben heranzuführen. Warum wenden wir dann das Verfahren einfach nur unverändert an? Wirkt es nicht möglicherweise einschüchternd, sogar abschreckend? Das Peer Review hat den Charakter einer Prüfung, in der anonyme Gutachter den eigenen Text kritisch durchleuchten. Den erheblichen Aufwand für diesen hat man neben dem Studium in seiner Freizeit investiert, nicht in einer Lehrveranstaltung. Warum sollte man das auf sich nehmen? Mich haben Recherche, Schreiben und Korrektur über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg beschäftigt. Steht der Nutzen im Verhältnis zum Aufwand? Eine Betreuung erhält man während der Bearbeitung nicht. Sind die Einstiegshürden also zu hoch? Wie könnte man sie senken ohne die Texterstellung in den Kontext einen Seminars zu verlegen?

Jan

Der arbeitende Kunde

Der arbeitende KundeG. Günter Voß und Kerstin Rieder zeigen in “Der arbeitende Kunde”, dass Auslagerungen von Tätigkeiten an Kunden derzeit in vielen betrieblichen Bereichen, aber  auch in den staatlichen Sektoren Bildung, Soziales und Gesundheit stattfinden. Technische Entwicklungen wie Automaten und Schnittstellen im Internet spielen dabei eine Rolle, persönliche Kundenkontakte zu verringern und mehr und mehr Aufgaben an die Kunden zu übertragen. Gleichzeitig sollen Kunden immer aktiver werden. Von ihnen wird erwartet, sich vor dem Kauf selbst über Produkte zu informieren (z.B. Kataloge und Fachmagazine lesen), ihre Käufe selbst zu verwalten (z.B. Formulare und Benutzerkonten organisieren ) und an der Leistungserbringung (z.B. Möbel zusammenschrauben) mitzuarbeiten. Sie werden in User-Communitys eingebunden und teilweise werden sie bereits von Betrieben als partielle Mitarbeiter instrumentalisiert. Die Mitwirkung der Konsumenten wird allmählich in immer umfangreicheren Bereichen zur Reduzierung von Produktionskosten und als neue Wertschöpfung gebraucht. Weiterlesen »

Jan

Gutachten für w.e.b.Square

w.e.b.Square

Nachdem der Call for Papers für die w.e.b.Square-Ausgabe zu sozialen Netzwerken vor zwei Wochen ausgelaufen ist, arbeiten wir nun an den Gutachten zu den eingereichten Beiträgen. Ich steuere als Redaktionsmitglied zu dieser Ausgabe neben einem eigenen Artikel zwei Gutachten bei. Beide Einreichungen, die ich bearbeitete, machten auf mich einen sehr guten Eindruck. Bei beiden habe ich einige Stellen angemerkt, an denen die Darstellung in einer geringfügigen Überarbeitung präzisiert werden sollte. Marginale Tipp- und Zitationsfehler dagegen können wir meiner Ansicht nach intern in der Redaktion ausbessern.

Ich habe schon schlechte Gutachten gesehen, die aus wissenschaftlichen Peer Reviews hervorgingen. Schlecht in dem Sinne, dass die Gutachter kaum etwas Konkretes zum Text schrieben und sich nicht ausführlich mit der Einreichung beschäftigt zu haben schienen. Da wurde in Einzelfällen lapidar geschrieben, der gesamte Inhalt sei “banal”, die Methoden “fehlerhaft”. Begründet am Text wurde dies allerdings nicht. Ebensowenig hilfreich für Autoren sind aber auch Gutachten, die einen Text einfach durchwinken, indem sie ihn einfach als “gelungen” bezeichnen – ohne weitere Angaben. Für w.e.b.Square wollte ich solide Gutachten liefern, auch wenn es meine erste Gutachtertätigkeit war. Dabei habe ich gelernt, warum andere Gutachter sich manchmal so wenig Mühe mit Einreichungen machen; Ich war überrascht von dem Aufwand, den man potentiell damit betreiben kann. Für eine ordentliche Rückmeldung zu einem lediglich fünf Seiten langen Beitrag benötigte ich mehr als drei Stunden.

Generation-DSeit einigen Monaten bin ich in meiner Freizeit an einem Projekt beteiligt, mit dem wir an der Universität Augsburg die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Studierenden und die allgemeine Transparenz bei der Verteilung von Studiengebühren verbessern möchten. Angesprochen auf eine Mitarbeit wurde ich ursprünglich als Vertreter des AStA. Mittlerweile bin ich so von dem Projekt begeistert, dass ich es als Chance sehe, einer guten Idee auf die Beine zu helfen: Die netzbasierte Mitbestimmungplattform “Demokratix” soll es Studierenden ermöglichen, Verbesserungsbedarf aus ihrer Sicht in den jeweiligen Fachbereichen aufzuzeigen und Vorschläge zu ihrer Lösung einzureichen. Über die diese Lösungsvorschläge kann die Studierendenschaft anschließend abstimmen. Bei der Verteilung von Studienbeiträgen wiederum erhält die Hochschulleitung für ihre Entscheidungendie Gelegenheit, sich an bereits durchdachten Ideen orientieren. Die Studierenden erhalten anschließend einen Überblick, welche ihrer favorisierten Lösungsvorschläge bei der Verteilung von Studienbeiträgen berücksichtigt wurden. Weiterlesen »