Seit einigen Jahren beobachte ich eine gesellschaftliche Entwicklung, die sich in kleinen Angriffen auf die Freiheit und unser demokratisches System fortwährend immer weiter ausbreitet: Politikverdrossenheit, Wählerverdrossenheit, Bevormundungsrhetorik, Großer Lauschangriff, Gläserner Bürger, Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Überwachungs- und Misstrauensstaat, zuletzt die Zensurinfrastruktur des Zugangserschwerungsgesetzes.
Ich fühle mich an Alexis de Tocqueville erinnert. Er sieht in der Zentralisation der Regierung die Gefahr des schleichenden Erwachsens einer gewaltigen Vormundschaftsgewalt. In einer Art wohlwollender Unterdrückung kümmert sie sich um die Sicherheit, das Behagen und das Schicksal des einzelnen Bürgers. Sie bedeckt dabei die Gesellschaft mit einem dichten Netz kleiner, verwickelter, enger und einheitlicher Regeln. So verhindert und verbietet sie allmählich den Gebrauch des freien Willens und eine individuellen Selbstbestimmung. Die eigene Vernunft auszubilden und zu benutzen, das ist nicht mehr erwünscht.
Das Titelbild einer neueren Taschenbuchausgabe von “Die wehrlose Gesellschaft” entspricht dem Gedanken dieses Netzes unterdrückender Regeln, welches sich über die Gesellschaft legt. Die Publikation wurde 1964 von dem bekannten sozialkritischen Autoren Vance Packard abgefasst. Ich wollte wissen, von welchen Entwicklungen die Menschen vor 45 Jahren die Ausbildung ihres freien Willens gefährdet sahen. Mich interessierten darüber hinaus die Fragen, was sich seitdem geändert hatte und ob wir heute mehr oder weniger Beschränkungen unserer individuellen Freiheit hinnehmen. Weiterlesen »
Es fällt mir nie leicht, eine längerfristige Tätigkeit loszulassen, mit der ich mich Monate oder Jahre lang beschäftigt habe. i-literacy ist nun wieder so ein Projekt, von dem ich mich mit einem gewissen Wehmut verabschiede: Ich arbeitete von April 2008 bis September 2009 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Entwicklung, Pilotierung und Evaluation des 2007 initiierten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts mit. Bedingt durch das Ende meines Studiums scheide ich zum 30. September aus Gruppe der Mitarbeiter aus.
i-literacy ist eine lernförderliche Infrastruktur mit dem Ziel, die überfachliche Informationskompetenz unserer Studierenden auf ein hohes akademisches Niveau zu bringen, ihre Leistungen im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens nachhaltig zu unterstützen und sie dadurch im Anschluss an ihr Studium gut vorbereitet in das Berufsleben zu entlassen. Das didaktische Rahmenmodell wurde in zahlreichen Publikationen und Vorträgen vorgestellt, zuletzt in meinem Vortrag im Rahmen der E-Learning 2009 in Berlin. Für einen umfassenden Überblick empfehle ich den aktuellen Arbeitsbericht.
Zum Ende meiner Tätigkeit möchte ich mich bei den beiden Projektleiterinnen Nina Heinze und Hannah Dürnberger für die stets angenehme, produktive Zusammenarbeit bedanken. Das war eine gut Zeit mit euch. Für mich war es eine wichtige Erfahrung, an dem Projekt mitarbeiten zu dürfen. Ich freue mich, wenn i-literacy weiter verstetigt, evaluiert und ausgeweitet wird.
Das war sie also, meine erste Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress. Die Tagung E-Learning 2009 vereinte unter dem Titel “Lernen im Digitalen Zeitalter” Teilnehmer der 14. Europäische Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft, der 7. e-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik und Nominierte für die 10. Verleihung des mediendidaktischen Hochschulpreises Medida-Prix.
Wir als Institut für Medien und Bildungstechnologie (imb) der Universität Augsburg hatten uns ebenfalls für den Medida-Prix beworben. Zusammen mit neun weiteren Projekten zogen wir in die Finalrunde ein. Im April diesen Jahres hatte ich außerdem zusammen mit Nina Heinze einen Beitrag für die Tagung eingereicht. Nun erhielt ich die Ehre, unsere lernförderliche Infrastruktur i-literacy am imb im Track “Nachhaltige Integration von Blended Learning” dem Publikum vorstellen zu dürfen.
Mein Vortrag vor ca. 60 Wissenschaftlern im Cambridge-Saal des Science & Conference Centers auf dem Campus der Freien Universität Berlin lief nach meinem Eindruck sehr gut. Die Nachfragen waren durchweg positiv. Ein Bedarf war zu spüren nach den Ergebnissen der laufenden Evaluationen der drei Säulen unseres Modells. Meine Empfehlung an das imb ist es deshalb, einen weiteren Forschungsbericht über messbare Erfolge des Projekts im kommenden Wintersemester zu publizieren.
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