Archiv des Monats vom April, 2010

Interaktivität in ErlebnisweltenMit Vergnügen habe ich in den letzten Wochen noch einmal Bastis vor zwei Jahren veröffentlichte Masterarbeit “Interaktivität in Erlebniswelten” gelesen. Mit einem außergewöhnlichen persönlichen Aufwand beschreibt er darin Erlebniswelten als Schöpfung künstlicher oder alternativer Realitäten, welche das intensive Erleben ihrer Besucher zum Ziel haben. Als Vorlage für seine Ausführungen dient ihm dabei vor allem das Konzept des Freizeitparks von Walt Disney Imagineering. Anhand dieses liefert er einen Überblick zu den Modelltypen von Erlebniswelten, vom rumpeligen Rundfahrgeschäft zur aufwändigen Safari in einer simulierten Savanne.  Es gelingt ihm ausgesprochen gut, geschichtliche und theoretische Aspekte dieser Attraktionen zu einer anregenden Lektüre zu verbinden. Als zentrales Konzept arbeitet er dabei den Zusammenhang von Kontrolle und Kontrollverlust in Erlebniswelten heraus.

Kontrollverlust impliziert die Frage nach der Selbst- und Fremdbestimmung in einer Erlebniswelt. Besucher eines Freizeitparks geben freiwillig die Kontrolle über ihre Handlungen an die Gestalter des Parks auf: Im Besucherstrom wird man mittels Zäunen, Warteschlangen und Fast-Pass-Tickets gezielt durch die Anlagen geleitet, nach dem Einrasten des Bügels in der Geisterbahn ist man der Attraktion ausgeliefert. Mit diesem Spannungsfeld der ethisch fragwürdigen Beeinflussung von Menschenmassen setzt sich die Arbeit ebenso auseinander wie mit Möglichkeiten, Erlebniswelten über Fahr- und Schaugeschäfte hinaus interaktiver als bislang zu gestalten. Weiterlesen »

Managerprofil 01Endlich habe ich die Zeit gefunden, die kürzlich erschienene erste Ausgabe von “Managerprofil” zu lesen. Die Publikationsreihe behandelt Themen rund um Community Manager bzw. Community Management und soll mehrmals im Jahr erscheinen. Alle Inhalte erstellt Dirk Songür vom BVCM derzeit noch in Eigenregie. Wenn das Format erfolgreich anläuft, soll das Konzept zusammen mit weiteren Autoren ausgeweitet werden. Die derzeitige Ausrichtung von Managerprofil verfolgt vorerst nicht das Ziel einer Nachrichtenplattform, sondern die Funktion eines Impulsgebers. Ganz konkret fokussiert die erste Ausgabe strategische und operative Aufgaben, die Community Manager in unterschiedlichen Arbeitsbereichen wahrnehmen. Weiterlesen »

Future ShortsNachdem ich im vergangenen Jahr die erste Station des internationalen Kurzfilmfestivals “Future Shorts” in Augsburg verpasste, habe ich mir einen Besuch der zweiten Veranstaltung hier fest vorgenommen. Nach dem erfolgreichen Debüt gastiert am Mittwoch, den 28. April 2010 um 20:00 Uhr im Liliom Kino ein Programm ausgewählter internationaler Kurzfilme. Organisiert wird Future Shorts unter anderem von meiner Mitbewohnerin. Das Thema des Kurzfilmabends aus London lautet diesmal “Opposites Attract”. Die Filme zeigen unter anderem die Geschichten einer Chinesin, die aus Liebeskummer und Langeweile einen Oktopus adoptiert, einer 73-Jährigen, die von wilden Männergeschichten immer noch nicht genug hat, romantische und sonderbare Vorkommnisse in Hotelzimmern sowie die verzweifelten Versuche einer Jazzband, die Aufmerksamkeit einer schönen Frau auf sich zu lenken.

Exklusiv für Future Shorts Augsburg sorgen zwei junge Bands aus der Heimat für das musikalische Rahmenprogramm: Ein weiterer Mitbewohner von mir sorgt mit der Formation “Boy miez Girl” mit Gitarre, Trommel und Gesang für die Begleitung. Vor den Kurzfilmen spielt die Band “Déparlise”,  vier Mittzwanziger aus Augsburg und München, die sich zwischen Funk, Volksmusik, Hip Hop und Balkan bewegen. Ihre Live-Show versehen sie mit einer spektakulären Mischung aus Improvisation, Geschichten und Unterhaltung – für Future Shorts passend zu den Themen Liebe und Kino.

Ich habe in den vergangenen Monaten mitbekommen, wie die zweite Auflage von Future Shorts in Augsburg langsam Gestalt annahm; Besprechungen und Bandproben finden in meiner Wohnung statt. Meine Empehlung spreche ich auf dieser Grundlage aus: Wer Kurzfilme mag, sollte sich die Veranstaltung vormerken und rechtzeitig im Liliom Kino Karten reservieren.

BlogPhilip hat sich im Anschluss an ein Seminar an der Universität Augsburg mit Bloggen als Prüfungsleistung auseinandergesetzt. Sein Beitrag fasst aus seiner eigenen Perspektive Stolpersteine zusammen, mit denen sich Studenten konfrontiert sehen können. Diese Einschätzung reichert er mit theoretischem Hintergrundwissen an. Seine Ausgangsthese ist, Blogs in der Hochschulbildung förderten zwar das eigenständige Denken und Entscheiden, Beiträge für die Universität zu schreiben mache aber keinen Spaß. Der Frage, warum dies so ist, nähert er sich auf Grundlage des Zürcher Modells der sozialen Motivation.

Als mögliche Stolpersteine beim Bloggen als Prüfungsleistung identifiziert er geringe Selbstbestimmtheit der Autoren, fehlende Gemeinschaft der Autoren, Unsicherheit infolge eines mangelnden Gefühls eigener Kompetenz im Bezug auf das Thema, über das gebloggt werden soll, sowie Unklarheiten im Bezug auf Rahmenbedingungen, wie oft, in welchem Umfang und mit welchen Inhalten gebloggt werden soll oder im Bezug auf die Bewertungskriterien, die von Dozenten angelegt werden. Die Studierenden in seinem eigenen Seminar hätten sich mehr Anleitung, klare Rahmenbedingungen und ein verbindliches Bewertungsraster gewünscht.

Ich kenne diese Stolpersteine beim Bloggen als Prüfungsleistung aus meiner eigenen Studienzeit. Deshalb finde ich es gut, dass Philip sie im Anschluss an sein Seminar zusammenfasst. Für Dozenten nützlich ist darüber hinaus seine Empfehlung für ein vorliegendes Bewertungsschema der TU Ilmenau. Es eignet sich als Orientierung bei der Konzeption von Seminaren.

Foto: sxc.hu | Svilen Milev

Jan

w.e.b.Square zum Thema CSR

w.e.b.SquareWie bei Sandra schon berichtet ist seit gestern die neue Ausgabe 2010/02 von w.e.b.Square veröffentlicht. Acht Beiträge von Studierenden der Universität Augsburg diskutieren das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) aus mehreren Perspektiven. Das Spektrum reicht von einer umfangreichen Bachelorarbeit über Seminarprotokolle bis hin zu konkreten Konzeptpapieren.

Diese Ausgabe ist die erste nach einem größeren Wechsel in der Redaktion. Langjährige Begleiter des Projekts verlassen uns zum Ende ihres Studiums oder weil sie die Arbeit an neue Universitäten zieht. Derzeit arbeiten sich neue, motivierte Leute in w.e.b.Square ein. Ich habe mein Studium ebenfalls abgeschlossen habe und kann an persönlichen Treffen im Institut für Medien und Bildungstechnologie voraussichtlich nicht mehr teilnehmen, trotzdem bleibe ich dem Projekt weiterhin treu. Mein Engagement verlagere ich nun mehr in den Bereich Administration und Content Management, den ich aus der Ferne gut mitbetreuen kann. Alex, der uns zusammen mit Gabi in Richtung der Universität der Bundeswehr in München verlässt, hat freundlicherweise eine umfangreiche Übergabe mit uns vorgenommen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die neuen Strukturen bei w.e.b.Square einschleifen. Außerdem möchte ich versuchen, den Kontakt mit den Leuten zu halten, die uns jetzt verlasen, weil die Zusammenarbeit bei w.e.b.Square immer angenehm war. Macht’s gut und hoffentlich bis bald!