Feb 21st, 2009
Vorschlag zur Reorganisation des AStA Augsburg
Seit meinem letzten Beitrag über die öffentliche Wahrnehmung der Studierendenvertretung der Universität Augsburg habe ich per E-Mail viele Zuschriften erhalten und 30 bis 40 Nachrichten mit Mitgliedern des AStA und der Hochschule ausgetauscht. Gefreut haben mich vor allem einige sehr persönliche Texte. Das war überwältigend, danke dafür! Gestern habe ich mich mit einem hochschulpolitischen Vertretergetroffen und dabei die Lage partizipatorischer Strukturen auf der Ebene der Studierendenschaft diskutiert. Aus diesen Anregungen habe ich heute einen Vorschlag zur Überarbeitung der bestehenden Referatsstruktur des AStA entwickelt, der einige der Probleme aus meiner Sicht lösen könnte. Die Struktur kommt beispielsweise an der RWTH Aachen erfolgreich zum Einsatz. Eine Satzungsänderung des AStA der Universität Augsburg ist dazu nicht notwendig, trotzdem werde ich diesen Vorschlag an die Mitglieder des studentischen Konvents richten.
Die Probleme von Konvent/Sprecherrat/AStA sehe ich momentan in einer nicht ausreichenden Öffentlichkeitsarbeit und einer Referatsstruktur, die ein Auseinanderdriften von Interessen und Aktivitäten begünstigt. Mein Vorschlag zur Organisationsstruktur sieht vor, die Anzahl der gewählten Referenten des AStA von derzeit 25 auf acht zu reduzieren. Die Referate sollen wieder an die in der Satzung vorgesehene Struktur mit Vorsitz, Hochschulpolitik, Finanzen, Öffentlichkeit, Soziales und Kultur angeglichen werden. Alle weiteren, nicht der Satzung entsprechenden Referate sollen als Projektgruppen an diese angebunden sein. Der eigentliche AStA setzte sich somit aus den acht gewählten Mitgliedern zusammen: zwei Vorsitzende, zwei Referenten für die Hochschulpolitik, ein Finanzer, ein Öffentlichkeitsreferent sowie ein Sozialreferent.
Diese acht Mitglieder treffen sich regelmäßig in Sitzungen und diskutieren aktuelle Entwicklungen, Planungen und Ergebnisse aus Projektgruppen. Letztere bilden sich aus Studierenden, die eigene Ideen einbringen wollen oder sich in bestehenden Projekten des AStA wie beispielsweise im Unikino, bei Ausflügen für ausländische Studierende oder als Designer im Öffentlichkeitsreferat engagieren möchten. Es gibt jeweils einen Projektleiter, der in Rücksprache mit den gewählten Referenten eines Referats arbeitet. Treffen der gesamten Gruppen mit dem jeweiligen Referenten sind natürlich auch möglich. Die drei wichtigsten voraussichtlichen Vorteile dieser Struktur sehe ich in effizienten Sitzungen, einer klaren Struktur und motivationalen Anreizen.
Effiziente Sitzungen. Die wöchentlichen Sitzungen eines auf acht Mitglieder reduzierten AStA laufen effizienter ab. Bisher mussten 20 bis 25 Mitglieder wöchentlich eineinhalb bis drei Stunden für die Sitzungen aufwenden. Diskussionen gestalteten sich aufgrund der großen Teilnehmerzahl häufiger schwierig und langwierig. Zudem war die Beschlussfähigkeit durch die Anzahl der stimmberechtigten Referenten nicht immer einfach zu erreichen. Die Sitzungen sollen weiterhin öffentlich sein, so dass Projektleiter, Projektmitarbeiter und weitere Interessierte jederzeit daran teilnehmen können.
Klare Struktur. Die Einrichtung immer neuer Referate hat zu einem Auseinanderdriften des AStA geführt. Referenten bearbeiten kleinteilig jeweils eigene Interessen, sie fühlen sich nicht für die Organisation als Gesamtes verantwortlich, größere Veranstaltungen gehen sich nicht gemeinsam an. Die Projektleiterstruktur verhindert dieses Auseinanderdriften, da die Linie des AStA von einem überschaubaren Personenkreis diskutiert und geplant wird. Auf der anderen Seite ist diese Struktur in der Öffentlichkeit leichter vermittelbar. Alle Referate, die nicht der momentanen Satzung entsprechen, lassen sich problemlos als Projekte den satzungsgemäßen Referaten angliedern: FrauenLesben, Internationales, Sport und Schwule zu Soziales. Koordination und Umwelt/Gesundheit zu Hochschulpolitik. Unikino zu Kultur. Das hat den Vorteil, dass man nicht vom Konvent gewählt sein muss und auch während des Semesters ein neues Projekt anmelden kann. Gleichzeitig wird der Vorsitz des AStA entlastet, die Koordination von mehreren Projekten sollte so besser funktionieren.
Motivationale Anreize. Bei einer Reduktion des AStA auf acht Mitglieder ist zu erwarten, dass in Zukunft häufiger Wahlen zwischen mehreren potentiellen Kandidaten durchgeführt werden. In diesem Zuge könnte der Konvent besser als bisher ein Augenmerk darauf legen, ob Kandidaten motiviert sind und geeignete Fähigkeiten für ihr Amt mitbringen. Indes entfällt der Anreiz einer möglichen Befreiung von den Studiengebühren nicht, da auch Projektleiter und -mitarbeiter unter den Befreiungstatbestand des Engagements im universitären Rahmen fallen. Feedback über die Qualität von Aktivitäten erhalten gewählte Referenten über den Konvent und in internen AStA-Sitzungen. Projektleiter- und -mitarbeit erstellen gemeinsam verbindliche Tätigkeitsberichte, die von den Referenten diskutiert und gegebenenfalls im Zuge von Transparenzbemühungen veröffentlicht werden.
Ich bin gespannt, was aus diesen Konzepten wird. Falls sich etwas Neues ergibt, dann werde ich hier oder auf den Seiten des AStA darüber berichten.
[...] hat in seinem Beitrag bereits die meisten Gedanken von unserem jetzigen EULe Vertreter und mir zur Struktur des AStA [...]