lab.30Das war es also, das diesjährige Augsburger Kunstlabor lab.30 im Kulturhaus Abraxas und in der Kantine. Zwei Tage habe ich die Veranstaltung besucht. Die Mischung aus elektronischer Kunst, Konzerten und Vorführungen zieht mich immer wieder in den Bann. Auch in diesem Jahr habe ich den Besuch genossen. Am Freitag haben wir uns auf die Ausstellung konzentriert, am Samstag stand die Clubnacht im Vordergrund. Meine Favoriten waren die interaktiven Installationen Innen und Außen und Kühlrippenmessluftschnüffelleuchtstofforgel sowie die Elektro-Retro-Roboter-Punk-Trash-Formation Sputnik Booster & The Future Posers.

Bei Innen und Außen sind vier Telefonhörer mit einem weißen Kunststoffblock verbunden. Aus diesem führen Kabel hinter einen Vorhang. Ein Schild erklärt den Aufbau: Beim Abheben der Hörer wird zufällig eine öffentliche Telefonzelle angerufen. Mit etwas Glück ist man kurz darauf mit einem fremden Menschen verbunden, der auf der anderen Seite der Welt den Hörer abhebt. Mir hat die Flüchtigkeit dieser kurzen Kommunikationen gefallen. Unsicher bin ich noch, ob man wirklich verbunden wird oder ob die Installation eine raffinierte Täuschung ist, bei der man lediglich mit den Künstlern selbst hinter dem Vorhang spricht. Bei unserem Besuch am Freitag meldete sich zumindest ein ziemlich glaubwürdiger Gesprächspartner aus China.

Kühlrippenmessluftschnüffelleuchtstofforgel ist eine raumfüllende Installation. Sie besteht aus sechs Klangobjekten, die gemeinsam eine laut klickende und summende Kakophonie von mechanischen Geräuschen erzeugen. Verbaut wurden alte Computerteile, Relais, Leuchtstoffröhren, Kühlrippen und Elektrogeräte. Die Besucher können an den einzelnen Objekten Schalter betätigen und dadurch den Klangeindruck leicht verändern. Das Erlebnis kommt dem Betreten einer Maschinenhalle gleich, in der man erst Orientierung suchen muss und sich dann schließlich traut, die zahlreichen Regler auszuprobieren. Das außerhalb des Wettbewerbs lab award laufende Projekt erfreute sich hoher Beliebtheit und war ständig gut besucht.

Hervorheben aus dem vielfältigen Programm von Konzerten möchte ich abschließend Sputnik Booster & The Future Posters. Der Auftritt der bunten Truppe von Robotern aus Augsburg kam beim Publikum sichtlich gut an. Es dauerte nicht lange, bis das Publikum die eigentlich dem Künstler vorbehaltene Bühne der Kantine besetzte und dort ausgelassen tanzte. Die Kompositionen von Sputnik Booster setzen sich aus Klängen des Commodore C64, Nintendo Game Boy und Atari ST zusammen. Dieser schräge, experimentierfreudige und ein wenig chaotische Stil des Elektro-Retro-Roboter-Punk-Trash passte hervorragend zum Geist des lab.30.

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