Mrz 6th, 2010
Reflexion zu Projektarbeit in Gruppen
Im Rahmen meines Studiums und meiner außeruniversitären Engagements habe ich häufig in Gruppen an Projekten mitgearbeitet. Nachdem ich in letzter Zeit einige Projekte erfolgreich abschließen konnte, habe ich heute meine Erfahrungen für mich persönlich noch einmal zusammengefasst. Die folgenden Stichpunkte sind also keine Zusammenfassung von Hinweisen aus Fachpublikationen, sie beruhen ausschließlich auf meiner eigenen Reflexion.
Projektzeitpläne vereinbaren. Ein Projekt hat einen Projektanfang, eine Projektlaufzeit und ein Projektende. Diese Termine sollten möglichst frühzeitig in der Gruppe diskutiert und festgesetzt werden. Ich habe in studentischen Gruppen häufiger erlebt, dass keine hinreichenden Absprachen über Zeitpläne getroffen wurden oder Teilnehmer in entscheidenden Projektphasen unvorhergesehen nicht mehr verfügbar waren. Aber auch in betrieblichen Praktika tauchten vereinzelt solche Effekte auf.
Projektziele vereinbaren. Ein Projekt arbeitet mit klaren Fragestellungen, liefert klare Antworten und bietet einen klaren Mehrwert. In Unklarheit dessen zu arbeiten, was das Ziel des Projekts ist, führt zu Unklarheit, was eigentlich getan werden muss und damit unweigerlich zu suboptimalen Ergebnissen. Die besten Projekterfahrungen hatte ich in Gruppen, in denen allen Teilnahmern jederzeit klar war, worauf wir hinarbeiteten. Das ermöglichte es, dass jeder konzentriert auf das Projektziel hinarbeiten konnte. Dies vermeidet auch Frustrationen dadurch, dass Teilnehmer Aufgaben bearbeiten, deren Ergebnisse später irrelevant werden.
Übersicht über Informationen behalten: Wenn man lange in der Gruppe an einem Projekt arbeitet, produziert man schnell eine große Menge an einzelnen Dokumenten, die jeder in der Gruppe gelesen haben muss, um die Zusammenhänge noch zu verstehen. Speziell bei längeren Forschungsarbeiten stellte sich dies ein. Zwei Strategien haben mir geholfen, um den Überblick zu behalten: Erstens verfolge ich eine klare Systematik für Projektdateien im Bezug auf Dateinamen, Speicherorte und Erstellerdaten. Zweitens gibt es mittlerweile mehr als genügend Programme, welche die zentrale Speicherung des Datenarchivs im Netz erlauben. So bearbeitet die Gruppe nicht verteilt mehrere Dokumente, sondert arbeitet gemeinsam an einem Dokument. Wichtig ist natürlich, dass sich jedes Gruppenmitglied an die vereinbarte Systematik hält und die eingesetzten Kollaborationslösungen auch nutzt.
Kommunikation auf gleicher Augenhöhe. Persönlich angenehm finde ich Gruppenarbeit, in der jeder Teilnehmer die gleiche Wertschätzung erfährt. Hierarchische Strukturen sind nützlich, um eine Gruppe anzuleiten. Geht es hingegen speziell um den Austausch von Ideen, motiviert Kommunikation auf gleicher Augenhöhe ungemein, sich frei einzubringen.
Foto: sxc.hu | spekulator