UniMentoHeute nahm ich zusammen mit knapp 20 weiteren Teilnehmern an dem zweiten Workshop im Rahmen von UniMento teil. Das Programm bietet für ausgewählte Studierende der Universität Augsburg ein Jahr lang Mentoring zur Förderung der beruflichen Integration. Als Mentoren tauschen sich Fachkräfte aus dem jeweiligen Berufsziel der Teilnehmer regelmäßig mit uns Mentees aus. Parallel dazu finden Workshops zu berufsrelevanten Themen statt. Der erste Workshop im Februar beinhaltete ein ausführliches Gendertraining. Im Rahmen des zweiten Workshop erhielten wir die Gelegenheit, unsere persönlichen Stärken zu ermitteln, zu analysieren und im Hinblick auf unsere Karriereziele zu reflektieren.

Angeleitet von der Trainerin Alexandra Hagemann aus der Agentur IRIS HAAG® Training & Beratung nutzten wir das G.R.E.I.K. Stärkeprofil®, um eine individuelle Orientierung über acht Hauptstärken auf den beiden Achsen extrovertiert-introvertiert und sachorientiert-menschorientiert zu ermitteln. Angenehm an der Methode finde ich, dass ihre Ergebnisse keine Einordnung in feste Kategorien von Persönlichkeitstypen implizieren, sondern nur persönliche, veränderliche Persönlichkeitstendenzen darstellen. Mir hat die Diskussion des Stärkeprofils in der Gruppe geholfen, meine eigenen Stärken besser zu reflektieren. Ich glaube auch, dass ich eine wertvolle Orientierung erhalten habe, meine eigenen Stärken gegenüber anderen Menschen besser zu artikulieren und mich gleichzeitig auf die Bedürfnisse anderer Menschen besser einzustellen. Dies wiederum führte dazu, dass ich im Workshop ein höheres Selbstbewusstsein im Sinne eines Selbst-Bewusst-Seins entwickelte. Was ich darüber hinaus mitgenommen habe, ist, dass man eigene Stärken nicht unterdrücken kann. Deshalb ist es wichtig, einen Abgleich zwischen ihnen und der angestrebten Arbeitsstelle vorzunehmen.

Es war außerdem ausführlich Zeit, um in der Gruppe über Schwächen zu diskutieren. Gedanken wie “Bin ich zu selbstkritisch?”, “Ich bin gar nicht kreativ” oder “Ich kann nicht Nein sagen” können die meisten wohl nachvollziehen. Drei Punkte, die ich mir aus dem sehr engagierten Austausch gemerkt habe, sind die folgenden: Erstens sind alle Schwächen sozial konstruiert. Das Gefühl, eine Schwäche zu haben, erlebt man immer, wenn man den externen Erwartungen anderer trotz eigenem Willen nicht gerecht werden kann oder aber wenn man an den internen, eigenen Erwartungen an sich selbst scheitert. Zweitens wird das Gefühl des Schwäche verstärkt durch eine in unserer Gesellschaft verbreitete Defizitperspektive, die primär unsere Schwächen und erst danach unsere Stärken ins Blickfeld der Aufmerksamkeit rücken lässt. Drittens ist es für die persönliche Psychohygiene förderlich, wenn man den Erwartungsdruck ab und zu von sich nimmt, indem man ruhigen Gewissens anerkennt, dass man nicht alles kann und in fordernden Situationen auch einmal unsicher ist. Stärken hat man sicher genug.

Deshalb zurück zu den Stärken: Der letzte Punkt in der Agenda des Workshops hätte in einer fiktiven Lobrede auf unsere eigenen Leistungen bestanden. Dazu sind wir heute allerdings leider nicht mehr gekommen, weil wir überraschend viel und offen in der Gruppe diskutierten. Da in den kommenden Monaten ein zweiter Workshop ansteht, besteht die Möglichkeit, dass wir die Lobrede nachholen. Ich nehme mich selbst bei solchen Aufgaben für gewöhnlich nicht so ernst. Eine ironische Lobhudelei auf mich selbst zu formulieren – das könnte interessant werden.

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