Jan

Warum Frieden so schwierig ist

Vor einigen Tagen besuchte ich den Tag der offenen Tür der Universität der Bundeswehr in München. Die Professur für Lehren und Lernen mit Medien präsentierte ihre aktuelle Forschungsarbeit im Bereich Fahrschullehrerausbildung, Schulsport und Grundschule. Daneben besichtigte ich den Campus und besuchte die Rekrutierungsstelle. Den heißen Nachmittag ließ ich im kühlen Audimax der Universität mit einem Vortrag ausklingen. Mich interessierte, wie Prof. Carlo Masala von der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften in seinem Vortrag “Warum ist Frieden so schwierig?” die Rolle der Bundeswehr für den Frieden darstellen würde. Der Grundlagenvortrag orientierte sich an drei Fragen: Was ist Gewalt? Was ist Frieden? Wie ensteht Gewalt und warum ist Frieden deshalb so schwierig?

Masala fasste als Gewalt physische Gewalt in den Blick, nicht strukturelle. Im Hinblick auf Frieden unterschied er zwischen negativem Frieden, der Konfliktursachen nicht auflöst, und positivem Frieden, der einen Friedenschluss mit dem Ziel der Inklusion der beteiligten Konfliktparteien beinhaltet. Ein Beispiel für einen solchen positiven Frieden wäre die Beteiligung der Taliban im afghanischen Parlament.

Die Ursachen, dafür, warum Frieden so schwierig ist, verortet Masala in erster Linie auf der Ebene des internationalen Systems. Im einzelnen Staat darf die Polizei zentral Zwangsgewalt ausüben, um Regelverletzungen zu sanktionieren. Im internationalen System gibt es dagegen keine zentrale Institutation, die Regelverletzungen zwischen Staaten ahndet. Wir akzeptieren deswegen, dass staatliche Kräfte wie die Bundeswehr uns schützen. Die Komplikation dabei ist, dass diese Sicherheit durch Aufrüstung hergestellt wird. Durch die Schaffung der eigenen Sicherheit fühlen sich andere Staaten bedroht. Sie rüsten in der Folge selbst auf. Krieg entsteht in diesem System aus einem Gefühl der Bedrohung, das aus einem Ungleichgewicht der Kräfte entsteht. Frieden resultiert aus einem Gleichgewicht der Kräfte und dem Gefühl, geschützt zu sein.

Dieses Prinzip kennen wir nicht nur im international System, sondern auch in Staaten selbst. Wo die Bürger nicht das Gefühl haben, dass der Staat sie schützen kann, greifen sie zu den Waffen, um sich selbst zu schützen. Ein Beispiel hierfür sind die Bemühungen, die afghanische Polizei und mit das Gefühl des Schutzes durch staatliche Zwangsgewalt wieder aufzubauen.

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