In den vergangenen Tagen habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht, wie rasend schnell sich Informationen in sozialen Netzwerken mittlerweile verbreiten und ob Unwahrheiten bei der Weiterleitung überhaupt entdeckt werden. Websites, auf die Meldungen in sozialen Netzwerken verlinken, werden manchmal nur oberflächlich oder überhaupt nicht gelesen. Trotzdem leiten Nutzer die Meldungen weiter – weil sie spannend klingen oder weil sie gerne unter den Ersten sein möchten, die von der Nachricht wussten. Sie klicken unter diesen Umständen bei einer spannenden Überschrift sofort auf “Retweet” oder sie nutzen die Wall in Facebook als Linksammlung für ihre Bekannten und legen dort alles ab, was auf den ersten Blick interessant erscheint.

Entscheidend für den Erfolg einer Botschaft in diesem System ist, ob sie in den ersten 70 Zeichen (SEO-Richtwert für die Anzeige in Suchergebnissen), zum Klick auf die Meldung motiviert oder ob sie in 100 bzw. 26 Zeichen (Twitter-Richtwert, damit noch Platz für Retweets ist bzw. für Indexierung von Tweets in Suchmaschinen) zur Weiterverbreitung anregt. Bei derart kurzen Informationseinheiten ist die Prüfung des Wahrheitsgehalts nur schwer möglich. Für mich heißt das, dass sich Unwahrheiten in sozialen Netzwerken nicht nur leichter verbreiten, sondern ohne ergänzende Informationen nicht aufgedeckt werden können.

Mit den Recherchen zu dieser Thematik stehe ich noch am Anfang. Unterhaltsam und angenehm komprimiert bringen zum Beispiel einige der Beiträge des LPR-Forum Medienzukunft die Thematik auf den Punkt. (An dieser Stelle Danke an Uwe für die Empfehlung.) Forschungspublikationen, die sich fokussiert mit diesem Thema auseinander setzen, habe ich bisher noch keine gefunden. Über Hinweise freue ich mich, das Thema ist spannend!

Foto: sxc.hu | gerard79

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