Vor zwei Wochen habe ich mir überlegt, noch einmal für eine weitere Amszeit als Öffentlichkeitsreferent des AStA zu kandidieren. Fortsetzen wollte ich die Arbeit an der Internetpräsenz und an Demokratix in diesem Rahmen. Jetzt habe ich mich entschlossen, nicht noch einmal zu kandidieren. Hintergund ist, dass ich bis Februar 2010 an Werktagen um 7:30 Uhr am Bahnhof stehe und gewöhnlich um 20:00 Uhr von einem Praktikum aus München zurück komme. Am Wochenende arbeite ich an meiner Masterarbeit weiter. Außerdem habe ich noch eine Reihe von Projekten, die ich derzeit parallel dazu abschließe. Da bleibt einfach nicht genug Zeit für den AStA. Es bleibt deshalb bei meiner vorherigen Zusage, dass ich als freier Mitarbeiter ein wenig bei der Internetpräsenz mitdenke und als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.
Seit einigen Monaten bin ich in meiner Freizeit an einem Projekt beteiligt, mit dem wir an der Universität Augsburg die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Studierenden und die allgemeine Transparenz bei der Verteilung von Studiengebühren verbessern möchten. Angesprochen auf eine Mitarbeit wurde ich ursprünglich als Vertreter des AStA. Mittlerweile bin ich so von dem Projekt begeistert, dass ich es als Chance sehe, einer guten Idee auf die Beine zu helfen: Die netzbasierte Mitbestimmungplattform “Demokratix” soll es Studierenden ermöglichen, Verbesserungsbedarf aus ihrer Sicht in den jeweiligen Fachbereichen aufzuzeigen und Vorschläge zu ihrer Lösung einzureichen. Über die diese Lösungsvorschläge kann die Studierendenschaft anschließend abstimmen. Bei der Verteilung von Studienbeiträgen wiederum erhält die Hochschulleitung für ihre Entscheidungendie Gelegenheit, sich an bereits durchdachten Ideen orientieren. Die Studierenden erhalten anschließend einen Überblick, welche ihrer favorisierten Lösungsvorschläge bei der Verteilung von Studienbeiträgen berücksichtigt wurden. Weiterlesen »
In seiner konstituierenden Sitzung wählte der studentische Konvent gestern die wichtigsten Positionen im AStA. Wie sich zeigte, schlägt sich das Wahlergebnis in deren Verteilung nieder: Die Liberale Hochschulgruppe (47,56 Prozent) übernimmt drei der fünf aus dem Konvent zu besetzenden Plätze, die beiden übrigen gehen an Vertreter der Fachschaft Jura. Das ist eine Revolution im AStA. Nachdem mehrere Jahre lang die Studierendenvertretung stets mehrheitlich mit Vertretern aus den philosophischen oder philologischen Fakultäten besetzt war, bildet deren Spitze nun ab dem Wintersemester 2008/2009 ein Quintett aus Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern. Das bringt möglicherweise Konflikte mit sich.
Der Campus der Universität Augsburg ist in der Wahrnehmung vieler Studierender zweigeteilt. Im Tal befinden sich ältere Gebäude, in denen die beiden Phil-Fakultäten untergebracht sind. Auf einem Hügel sind neuere, hellere und schönere Einrichtungen gebaut. Dort befinden sich Fakultäten für Jura und Wirtschaftswissenschaften. Der Hügel wird unter den Studierenden “Olymp” genannt, weil man an der besseren Ausstattung sehen kann, welche Fachbereiche die höhere gesellschaftliche Anerkennung besitzen.
War der AStA früher lange in der Hand von Studierenden aus dem Tal, haben nun Studierende vom Olymp den AStA übernommen. Darin liegt schon die erste Herausforderung des neuen Olymp-AStA: den Studierenden im Tal zu zeigen, dass sie nicht abgehoben über ihnen schweben, sondern sich auch für den Rest der Studierendenschaft engagieren.

Ich habe eben in meiner Übersicht nachgeschaut und festgestellt, dass ich zuletzt im Schnitt 34 pro Monat in den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Augsburg investiert habe. Gezählt habe ich in den letzten sieben Monaten alle Stunden, in denen ich für den AStA konzentriert vor dem Rechner saß, Termine wahrnahm oder mich an Veranstaltungen beteiligte. Ich notiere für Arbeitszeiten für meine Stellen an der Universität, deshalb ist der Aufwand für mich gering, auch die Zeiten für das ehrenamtliche Engagement am selben Ort zu notieren.
Im Hinblick auf die durch zwei Stellen, zwei Forschungsprojekte und weitere private Projekte verzögerte Masterarbeit habe ich deshalb beschlossen, diesen Zeitaufwand für den Rest meiner Amtszeit auf 20 Stunden pro Monat zu reduzieren. Ich möchte endlich voll in die Materie einsteigen und dazu muss ich in anderen Bereichen zurückstecken. Nach einer ruhigen Zeit im März diesen Jahres gab es zum Beginn des Sommersemesters wieder viel zu tun. Im vergangenen Semester habe ich schon einmal relativ erfolgreich versucht, mich nach dem anstrengenden Relaunch der Internetpräsenz des AStA im November zurückzunehmen. Mir macht die Arbeit nur manchmal zu viel Spaß, um aufzuhören – auch wenn man ich manchmal mit unangenehmen Erfahrungen konfrontiert war. Weiterlesen »
An der Universität liegen massenhaft werbefinanzierte Magazine aus mit Tipps zu Studium, Nebenjob, Karriere, Praktika, Ausland, Lebenslauf, Engagegement, Urlaub, Konsum und Partnerschaft – die zentralen Säulen des studentischen Lebens, oder zumindest diejenigen, die die Redaktionen gegenüber ihren Inserenten für vertretbar halten. In Bergen stapeln sie sich, Berge davon, halb gelesen, mit Kaffeeflecken übersäht, dann auf dem Boden, zerfleddert, zertrampelt, bis sich die Putzkolonne nachts ihrer erbarmt und sie tonnenweise in dem Müll wandern lässt. Am morgen liegen sie wieder überall aus. Wie ein hartnäckiger Pilzbefall, der einfach nicht auszurotten ist.
Ich kann hier nicht adäquat ausdrücken, was ich davon halte. Stattdessen möchte ich kurz anhand von einigen Beispielen darauf eingehen, wie effektiv ihre Leitfäden zu politisch korrektem Engagement einen intravenösen Egozentrismus in der Studierendenschaft kultivieren. Weiterlesen »
Seit meinem letzten Beitrag über die öffentliche Wahrnehmung der Studierendenvertretung der Universität Augsburg habe ich per E-Mail viele Zuschriften erhalten und 30 bis 40 Nachrichten mit Mitgliedern des AStA und der Hochschule ausgetauscht. Gefreut haben mich vor allem einige sehr persönliche Texte. Das war überwältigend, danke dafür! Gestern habe ich mich mit einem hochschulpolitischen Vertretergetroffen und dabei die Lage partizipatorischer Strukturen auf der Ebene der Studierendenschaft diskutiert. Aus diesen Anregungen habe ich heute einen Vorschlag zur Überarbeitung der bestehenden Referatsstruktur des AStA entwickelt, der einige der Probleme aus meiner Sicht lösen könnte. Die Struktur kommt beispielsweise an der RWTH Aachen erfolgreich zum Einsatz. Eine Satzungsänderung des AStA der Universität Augsburg ist dazu nicht notwendig, trotzdem werde ich diesen Vorschlag an die Mitglieder des studentischen Konvents richten. Weiterlesen »
Dominik schreibt über ein Banner mit der Aufschrift “Bachelor-Berufsschule”, das Anfang Februar für kurze Zeit am Präsidialgebäude der Universität angebracht war. Dies nimmt er zum Anlass für eine generelle Kritik am Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Sein Beitrag gipfelt in der diffamierenden Behauptung, AStA-Sympathisanten säßen ohnehin nur faul in Studentenkneipen. Dazu möchte ich als Öffentlichkeitsreferent eine Klarstellung vornehmen.
Konvent/Specherrat/AStA unternehmen solche Guerilla-Aktionen nicht, da sie eine Linie konstruktiver Gesprächen mit der Hochschulleitung verfolgen, zweitens würden diese studentischen Zusammenschlüsse im Allgemeinen einen V.i.S.d.P. angeben. Hinter dem Banner vermute ich das Aktionsbündnis für freie Bildung (CONTRA), das unlängst auch die Schilder im Hörsaalzentrum beschädigte, genaueres ist mir nicht bekannt.
Der AStA der Universität Augsburg scheint durch die fortwährende Proliferation meistens pauschalisierender, häufig auch uninformierter Kritik wie dieser mittlerweile in der Studierendenschaft als Feindbild etabliert zu sein. Es ist immer der eigentlich hochschulpolitisch unbedeutende AStA, weil meines Erachtens 90 Prozent der Studierenden das Augsburger Modell nicht verstehen, weil Konvent und Sprecherrat im Gegensatz zum AStA öffentlich kaum sichtbar sind. Das ist bedauerlich, da dadurch das Engagement der AStA-Referenten, die 6 bis 20 Stunden in der Woche oder mehr in ihre Aktivitäten investieren, oft zu Unrecht schlecht gemacht wird und andererseits die Attraktivität eines ehrenamtlichen Engagements auf der hochschulpolitischen Ebene der Universität weiter sinkt. Weiterlesen »