Es fällt mir nie leicht, eine längerfristige Tätigkeit loszulassen, mit der ich mich Monate oder Jahre lang beschäftigt habe. i-literacy ist nun wieder so ein Projekt, von dem ich mich mit einem gewissen Wehmut verabschiede: Ich arbeitete von April 2008 bis September 2009 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Entwicklung, Pilotierung und Evaluation des 2007 initiierten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts mit. Bedingt durch das Ende meines Studiums scheide ich zum 30. September aus Gruppe der Mitarbeiter aus.
i-literacy ist eine lernförderliche Infrastruktur mit dem Ziel, die überfachliche Informationskompetenz unserer Studierenden auf ein hohes akademisches Niveau zu bringen, ihre Leistungen im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens nachhaltig zu unterstützen und sie dadurch im Anschluss an ihr Studium gut vorbereitet in das Berufsleben zu entlassen. Das didaktische Rahmenmodell wurde in zahlreichen Publikationen und Vorträgen vorgestellt, zuletzt in meinem Vortrag im Rahmen der E-Learning 2009 in Berlin. Für einen umfassenden Überblick empfehle ich den aktuellen Arbeitsbericht.
Zum Ende meiner Tätigkeit möchte ich mich bei den beiden Projektleiterinnen Nina Heinze und Hannah Dürnberger für die stets angenehme, produktive Zusammenarbeit bedanken. Das war eine gut Zeit mit euch. Für mich war es eine wichtige Erfahrung, an dem Projekt mitarbeiten zu dürfen. Ich freue mich, wenn i-literacy weiter verstetigt, evaluiert und ausgeweitet wird.
Das war sie also, meine erste Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress. Die Tagung E-Learning 2009 vereinte unter dem Titel “Lernen im Digitalen Zeitalter” Teilnehmer der 14. Europäische Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft, der 7. e-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik und Nominierte für die 10. Verleihung des mediendidaktischen Hochschulpreises Medida-Prix.
Wir als Institut für Medien und Bildungstechnologie (imb) der Universität Augsburg hatten uns ebenfalls für den Medida-Prix beworben. Zusammen mit neun weiteren Projekten zogen wir in die Finalrunde ein. Im April diesen Jahres hatte ich außerdem zusammen mit Nina Heinze einen Beitrag für die Tagung eingereicht. Nun erhielt ich die Ehre, unsere lernförderliche Infrastruktur i-literacy am imb im Track “Nachhaltige Integration von Blended Learning” dem Publikum vorstellen zu dürfen.
Mein Vortrag vor ca. 60 Wissenschaftlern im Cambridge-Saal des Science & Conference Centers auf dem Campus der Freien Universität Berlin lief nach meinem Eindruck sehr gut. Die Nachfragen waren durchweg positiv. Ein Bedarf war zu spüren nach den Ergebnissen der laufenden Evaluationen der drei Säulen unseres Modells. Meine Empfehlung an das imb ist es deshalb, einen weiteren Forschungsbericht über messbare Erfolge des Projekts im kommenden Wintersemester zu publizieren.
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Wie die Pressestelle der Universität Augsburg vermeldet und auch im e-Denkarium nachzulesen ist, wurde ein Konzept des Instituts für Medien und Bildungstechnologie (imb) zusammen mit neun weiteren Einreichungen für das Finale des Medida Prix ausgewählt. Der Medida Prix ist der mit 100.00 Euro dotierte Preis der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW). Er wird vergeben an wissenschaftliche Einrichtungen, die digitale Medien innovativ und nachhaltig in die Hochschullehre einbinden. Die Nominierung freut mich für das gesamte Team.
Verliehen wird der Preis am 16. September im Rahmen der 14. Jahrestagung der GMW an der FU Berlin. Ich werde zusammen mit einer Gruppe des imb anreisen, das Konzept aber nicht im öffentlichen Hearing vorstellen. In dem eingereichten Dokument “Von der kreativen Idee zur alltagstauglichen Lehr- und Lerninnovation: mediendidaktische Entwicklungsforschung am Augsburger Institut für Medien und Bildungstechnologie” werde ich als Mitarbeiter genannt, mein Beitrag beschränkte sich aber auf Feedback während des umfangreichen Entstehungsprozesses. In der Vorbereitung auf die Tagung konzentriere ich mich stattdessen auf die Präsentation des Beitrags zum Projekt i-literacy.
In der OPUS-Datenbank der Universität Augsburg ist seit heute Arbeitsbericht 24 des Instituts für Medien und Bildungstechnologie abrufbar. i-literacy ist ein im Rahmen des DFG-Projekts „Aufbau eines IT-Servicezentrums“ entwickeltes Modell, das dazu beitragen soll, die überfachliche Informationskompetenz von Studierenden auf ein hohes akademisches Niveau zu bringen, ihre Leistungen im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens zu unterstützen und sie mit diesen Fertigkeiten gut vorbereitet in das Berufsleben zu entlassen.
Der Beitrag von Nina Heinze und mir bildet die bisherige Laufzeit des Projekts in Form eines Überblicks ab. Angefangen bei didaktischen und theoretischen Grundannahmen, über Bedürfnisanalysen mittels Befragungen und Beobachtungen unter Studierenden, zeigt er die Entwicklung des Modells als lernförderliche Infrastruktur, seine Implementierung in einem gestaffelten Aufbau mit technischen, organisationalen und kulturellen Säulen bis hin zu weiteren Entwicklungspotenzialen für eine Ausweitung des Projekts auf andere Hochschuleinrichtungen und zu Plänen der Weiterentwicklung von i-literacy als Open Educational Resource.
Gestern traf die Rückmeldung des Organisationskomitees der 14. Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) ein. Der Beitrag “Integration einer lernförderlichen Infrastruktur zur Schaffung neuer Lernkulturen im Hochschulstudium” von Nina Heinze und mir zum Project i-literacy wurde von den GutachterInnen im oberen Drittel der Einreichungen angenommen. Jetzt gilt es, die Vorschläge aus den Gutachten in eine finale Version einzuarbeiten, die im Tagungsband der GMW ’09 im Waxmann Verlag veröffentlicht werden wird. Im September werde ich dann im Rahmen der Tagung unseren Beitrag an der Freien Universität Berlin vorstellen.
Besonders gefreut hat mich ein Gutachten, bei dem ich sehr deutlich merke, dass sich die Autorin oder der Autor eingehend mit dem Text auseinandergesetzt hat. Das Fazit zu unserem Beitrag fällt positiv aus, gleichzeitig liefert das Gutachten wertvolle Hinweise, was bis zur endgültigen Deadline an dem Text noch verbessert werden kann. Wir konnten anscheinend das Interesse der Gutachter wecken. Das mache ich daran fest, dass die Nachricht mit dem Vorschlag schließt, eine Evaluation von i-literacy durchzuführen und die Ergebnisse im Rahmen der GMW-Tagung im nächsten Jahr zu präsentieren. Momentan konzentrieren wir uns auf den Ausbau der Online-Ressource und die Verankerung des Angebots an der Hochschule, aber vielleicht klappt es mit der Evaluation im nächsten Jahr.
In den vergangenen Wochen bin ich alle meiner gedruckten oder handschriftlichen Studienunterlagen (Reader, Thesenpapiere, Notizblätter etc.) seit Oktober 2004 durchgegangen, um für meine Masterarbeit verwertbares Material auszusortieren. Das hat lange gedauert. Einige wertvolle Fundstücke, kann ich direkt verwenden, weil ich mich teilweise überrascht gut an sie erinnere. Das war mir den Aufwand wert. Gleichzeitig möchte ich seit Beginn diesen Jahres meine elektronischen Dokumente auswerten. Dazu gehört Literatur, die ich speziell für die Masterarbeit vor Monaten von diversen Publikationsservern bezogen hatte und bis heute nicht lesen konnte. Jetzt zeichnet sich ab, dass ich das nicht schaffe.
Ich lösche momentan reihenweise Dokumente aus meinem Fachbereich, die mich interessieren, dich ich realistisch betrachtet aber nie adäquat durcharbeiten oder auswerten kann. Allein im vergangenen Sommer habe ich circa 100 Dokumente von Sage Publishing geladen, solange das noch legal möglich war. Damals wollte ich mir nicht die Zeit nehmen, mir nach der Kategorien- und Titelsuche auch noch die Zusammenfassungen durchzulesen. Nun, ziemlich genau ein Jahr später, musste ich das alles durcharbeiten. Es war viel Brauchbares dabei. Vieles aber habe ich gelöscht, auch Dokumente, bei denen mir das Herz blutet, wie zum Beispiel “An Exploratory Study of the Effects of Frequency and Duration of Messaging on Impression Development in Computer-Mediated Communication”. Den inneren Vorwurf “Das hätte doch sicher mal interessant sein können! Was ist mit der Zeit nach der Masterarbeit?” unterdrücke ich. Ich bemerke aber, dass ich es im Unterschied zu den ausgedruckten Unterlagenstapeln beim papierlosen Arbeiten nicht sehe, wenn ich jahrelang Informationen anhäufe, die ich in absehbarer Zeit nicht bewältigen kann.
Die Idee ist nicht von mir: Eine lohnenswerte Problemstellung für ein Seminar, das auf das Forschungsprojekt i-literacy passt, könnte lauten: Wir sammeln heute an der Hochschule und im Beruf mehr Wissen, als wir jemals im Kopf behalten können. Wie systematisieren wir es computergestützt so, dass wir es selbst immer wieder auffinden und unseren Partnern in Projektgruppen vermitteln können? Wie verhindern wir, uns mit papierlosen Informationen selbst zu überwältigen, ohne es zu bemerken?
Foto: sxc.hu | Jean Scheijen