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Jan

Fachfremde Korrektur

KorrekturEs ist gerade einmal vier Wochen her, dass ich meine Masterarbeit im Prüfungsamt der Universität Augsburg abgab. Nun sitze ich schon an der nächsten Abschlussarbeit. Nur diesmal nicht an meiner eigenen, sondern an der einer Freundin. Der Text aus dem Fachbereich Europäische Kulturgeschichte steht kurz vor der Fertigstellung. Meine Aufgabe war es, seine inhaltliche Struktur noch einmal zu prüfen und auf Unklarheiten hinzuweisen.

In meiner Tätigkeit für w.e.b.Square habe ich schon viele Abschlussarbeiten gelesen, die wir in den Ausgaben des Online-Magazins veröffentlichten. Texte von Studierenden aus Fächern ohne Medienbezug habe ich dagegen bisher kaum bearbeitet. Umso interessanter war die Lektüre über das Tafelzeremoniell im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Mir fiel vor allem auf, dass sich der Text deutlich erzählerischer gestaltete, als ich es aus anderen Fachbereichen gewohnt bin. Das ist logisch, geht es doch darum, umfangreiche historische Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Interessanterweise ist trotzdem, so habe ich mir sagen lassen, eine möglichst verschachtelte Satzstruktur erwünscht. Unter einigen Lehrenden scheint die Ansicht verbreitet zu sein, ein für den Laien möglichst unverständlicher Text sei ein Qualitätsmerkmal. Diese Disparität zwischen notwendiger Anschaulichkeit und erwünschter Sperrigkeit finde ich bemerkenswert.

Da war ich froh, dass sich die mir vorliegende Arbeit nicht unbedingt an diese Vorgaben hielt. Der Text war nicht nur interessant und fachlich fundiert, sondern auch flüssig zu lesen. Ich habe bis zu den letzten Seiten hin gerne an der Korrektur gearbeitet und so zu einem hoffentlich gelungenen Studienabschluss beitragen können.

Foto: sxc.hu | Guillermo Alvarez

Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation