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Jan

The Cult of the Amateur

The Cult of the AmateurAnfang letzten Jahres habe ich im Rahmen der ersten w.e.b.Square-Tagung einen kleinen Vortrag zu Web 2.0 und Portfolios gehalten. Bei den Vorbereitungen dazu hatte ich mir das damals ziemlich aktuelle Buch “The Cult of the Amateur” von Andrew Keen bestellt. Obgleich es nicht rechtzeitig vor dem Termin eintraf, habe ich es später mit Interesse gelesen. Über einen Beitrag von Tara bin ich jetzt noch einmal auf den Titel zurückgekommen.

Wie Andrew Keen zu Beginn des Buches selbst schreibt, betrachtet er sein Buch als eine Polemik. Ich würde hinzufügen, dass es sich um eine humorlose und vor allem teilweise wenig fundierte Polemik handelt. Dies mache ich unter anderem daran fest, dass er sich trotz des reißerischen Untertitels (“How today’s internet is killing our culture”) nicht einmal grundsätzlich mit dem Begriff der Kultur beschäftigt. Aber auch die ständig implizite Annahme störte mich, etablierte Nachrichtendienste und Medienvertriebswege seien dem Internet per se überlegen. Gefallen haben mir dagegen seine Ausführungen über kollektive Intelligenz und kollektive Ignoranz sowie seine Hypothesen zu digitaler Framentierung von Meinungsöffentlichkeiten.

Einerseits teile ich mit dem Autoren eine gewisse Reserviertheit gegenüber Web 2.0-Hype in den Fällen, in denen digitale Vertriebs- und Kommunikationswege die Qualität von Informationsgütern entweder verschleiern oder beeinträchtigen, andererseits sind mir die Auführungen im Buch zu normativ orientiert und streckenweise zu wenig reflektiert, insbesondere im Hinblick auf die Thesen, dass durch das Internet niemand mehr bereit ist, für Musik zu bezahlen, dass alle Laienjournalisten im Internet nur noch voneinander abschreiben und nichts Eigenes mehr erschaffen, oder dass Produktempfehlungen von Nutzern mit einem ähnlichen Geschmack pauschal weniger wertvoll sind als diejenigen eines Beraters im Geschäft. Insgesamt habe ich also einen zwiespältig Eindruck von dem Werk mitgenommen. Als Denkanstoß in Abgrenzung zum einem einseitigen Web 2.0-Hype fand ich es allerdings lesenswert.

AStADominik schreibt über ein Banner mit der Aufschrift “Bachelor-Berufsschule”, das Anfang Februar für kurze Zeit am Präsidialgebäude der Universität angebracht war. Dies nimmt er zum Anlass für eine generelle Kritik am Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Sein Beitrag gipfelt in der diffamierenden Behauptung, AStA-Sympathisanten säßen ohnehin nur faul in Studentenkneipen. Dazu möchte ich als Öffentlichkeitsreferent eine Klarstellung vornehmen.

Konvent/Specherrat/AStA unternehmen solche Guerilla-Aktionen nicht, da sie eine Linie konstruktiver Gesprächen mit der Hochschulleitung verfolgen, zweitens würden diese studentischen Zusammenschlüsse im Allgemeinen einen V.i.S.d.P. angeben. Hinter dem Banner vermute ich das Aktionsbündnis für freie Bildung (CONTRA), das unlängst auch die Schilder im Hörsaalzentrum beschädigte,  genaueres ist mir nicht bekannt.

Der AStA der Universität Augsburg scheint durch die fortwährende Proliferation meistens pauschalisierender, häufig auch uninformierter Kritik wie dieser mittlerweile in der Studierendenschaft als Feindbild etabliert zu sein. Es ist immer der eigentlich hochschulpolitisch unbedeutende AStA, weil meines Erachtens 90 Prozent der Studierenden das Augsburger Modell nicht verstehen, weil Konvent und Sprecherrat im Gegensatz zum AStA öffentlich kaum sichtbar sind. Das ist bedauerlich, da dadurch das Engagement der AStA-Referenten, die 6 bis 20 Stunden in der Woche oder mehr in ihre Aktivitäten investieren, oft zu Unrecht schlecht gemacht wird und andererseits die Attraktivität eines ehrenamtlichen Engagements auf der hochschulpolitischen Ebene der Universität weiter sinkt. Weiterlesen »