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Jan

Die wehrlose Gesellschaft

Die wehrlose GesellschaftSeit einigen Jahren beobachte ich eine gesellschaftliche Entwicklung, die sich in kleinen Angriffen auf die Freiheit und unser demokratisches System fortwährend immer weiter ausbreitet: Politikverdrossenheit, Wählerverdrossenheit, Bevormundungsrhetorik, Großer Lauschangriff, Gläserner Bürger, Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Überwachungs- und Misstrauensstaat, zuletzt die Zensurinfrastruktur des Zugangserschwerungsgesetzes.

Ich fühle mich an Alexis de Tocqueville erinnert. Er sieht in der Zentralisation der Regierung die Gefahr des schleichenden Erwachsens einer gewaltigen Vormundschaftsgewalt. In einer Art wohlwollender Unterdrückung kümmert sie sich um die Sicherheit, das Behagen und das Schicksal des einzelnen Bürgers. Sie bedeckt dabei die Gesellschaft mit einem dichten Netz kleiner, verwickelter, enger und einheitlicher Regeln. So verhindert und verbietet sie allmählich den Gebrauch des freien Willens und eine individuellen Selbstbestimmung. Die eigene Vernunft auszubilden und zu benutzen, das ist nicht mehr erwünscht.

Das Titelbild einer neueren Taschenbuchausgabe von “Die wehrlose Gesellschaft” entspricht dem Gedanken dieses Netzes unterdrückender Regeln, welches sich über die Gesellschaft legt. Die Publikation wurde 1964 von dem bekannten sozialkritischen Autoren Vance Packard abgefasst. Ich wollte wissen, von welchen Entwicklungen die Menschen vor 45 Jahren die Ausbildung ihres freien Willens gefährdet sahen. Mich interessierten darüber hinaus die Fragen, was sich seitdem geändert hatte und ob wir heute mehr oder weniger Beschränkungen unserer individuellen Freiheit hinnehmen. Weiterlesen »