Archiv für den Tag 'Soziales Netzwerk'

In den vergangenen Tagen habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht, wie rasend schnell sich Informationen in sozialen Netzwerken mittlerweile verbreiten und ob Unwahrheiten bei der Weiterleitung überhaupt entdeckt werden. Websites, auf die Meldungen in sozialen Netzwerken verlinken, werden manchmal nur oberflächlich oder überhaupt nicht gelesen. Trotzdem leiten Nutzer die Meldungen weiter – weil sie spannend klingen oder weil sie gerne unter den Ersten sein möchten, die von der Nachricht wussten. Sie klicken unter diesen Umständen bei einer spannenden Überschrift sofort auf “Retweet” oder sie nutzen die Wall in Facebook als Linksammlung für ihre Bekannten und legen dort alles ab, was auf den ersten Blick interessant erscheint.

Entscheidend für den Erfolg einer Botschaft in diesem System ist, ob sie in den ersten 70 Zeichen (SEO-Richtwert für die Anzeige in Suchergebnissen), zum Klick auf die Meldung motiviert oder ob sie in 100 bzw. 26 Zeichen (Twitter-Richtwert, damit noch Platz für Retweets ist bzw. für Indexierung von Tweets in Suchmaschinen) zur Weiterverbreitung anregt. Bei derart kurzen Informationseinheiten ist die Prüfung des Wahrheitsgehalts nur schwer möglich. Für mich heißt das, dass sich Unwahrheiten in sozialen Netzwerken nicht nur leichter verbreiten, sondern ohne ergänzende Informationen nicht aufgedeckt werden können.

Mit den Recherchen zu dieser Thematik stehe ich noch am Anfang. Unterhaltsam und angenehm komprimiert bringen zum Beispiel einige der Beiträge des LPR-Forum Medienzukunft die Thematik auf den Punkt. (An dieser Stelle Danke an Uwe für die Empfehlung.) Forschungspublikationen, die sich fokussiert mit diesem Thema auseinander setzen, habe ich bisher noch keine gefunden. Über Hinweise freue ich mich, das Thema ist spannend!

Foto: sxc.hu | gerard79

w.e.b.SquareWie Sandra und Tamara bereits berichteten ist seit heute Vormittag der neue und wie ich finde sehr gelungene w.e.b.Square-Imagefilm veröffentlicht. Ich schließe mich Sandra an: w.e.b.Square zeigt, dass Lehre an der Universität anregender, anspruchsvoller und praxisnaher umgesetzt werden kann als in Form der klassischen Doppelstruktur von Vorlesungen und Seminaren. Der von Studierenden der Medien & Kommunikation produzierte Film greift die jährliche w.e.b.Square-Tagung auf, die neben dem Online-Magazin und den Seminaren ein wichtiger Teil von w.e.b.Square ist. In diesem Jahr hatte die Tagung das Thema “Bekannt, befreundet, vernetzt”. Studentische Referenten und Gäste diskutierten darüber, wie soziale Netzwerke unser Leben prägen. Videomitschnitte der Tagung sind in w.e.b.Square abrufbar, die dazugehörige Ausgabe von w.e.b.Square steht ebenfalls frei zur Verfügung.

Wie soziale Netzwerke unser Leben prägen

w.e.b.SquareDie neue Ausgabe des studentischen Online-Magazins w.e.b.Square ist erschienen. Das Themenheft “Social Networks – eine schöne Bescherung?” enthält sechs Artikel über Social Networks. Sie fassen jeweils den konkreten Nutzen, besondere Anwendungsweisen oder theoretischen Grundlagen in den Blick. Die Beiträge stammen von Studierenden in Augsburg, Hohenheim und Hannover. Das Editorial schrieb dieses Mal Philip Meyer aus dem Studiengang Medien & Kommunikation. In meinem eigenen Beitrag mache ich mir Gedanken, wie wir uns Gedanken über soziale Netzwerke machen können.

Hinweisen kann ich an dieser Stelle außerdem gleich auf die dritte w.e.b.Square-Tagung am 22. Januar 2010. Die Vorträge schließen an das aktuelle Themenheft an und steht unter dem Motto “Bekannt, befreundet, vernetzt! Wie soziale Netzwerke unser Leben prägen”. Im Rahmen des Termins präsentieren Studierende aus einem Seminar des Instituts für Medien und Bildungstechnologie ihre Arbeiten.  Details finden sich in der Pressemitteilung zur Veranstaltung sowie bei Tami.

w.e.b.SquareIch habe vor einigen Stunden die beiden Gutachten meines Artikels aus der w.e.b.Square-Chefredaktion erhalten. Beide Gutachten ziehen ein positives Fazit und empfehlen die Veröffentlichung mit geringfügigen Änderungen. Daher sitze ich gerade an der Umsetzung der Vorschläge. Die Gutachterinnen führen vier Anmerkungen zur logischen Struktur des Artikels und zu Quellenbelegen an. In diesem Zuge habe ich Daten aus der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie eingearbeitet und die Überschriften vollständig ausgetauscht. Eine Anmerkung betraf die Frage, ob ein sozio-technisches System Ziele haben kann. Das wäre in der Tat ein Punkt, den ich gerne mit der Gutachterin diskutieren würde. Ich habe zwei Beispiele hinzugefügt, um klarer zu machen, was ich damit meine.

Schließlich möchte ich die Gutachterinnen loben. Wenngleich eine Rückmeldung deutlich umfangreicher, kritischer und nützlicher für mich war, haben mir beide gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Autorinnen in beiden Fällen konstruktiv mit dem Text auseinander gesetzt hatten. Insofern war es ein gutes Beispiel, wie ein Peer Review in einem studentischen Kontext umgesetzt werden kann.

Nachdem ich den Prozess abgeschlossen habe, stellt sich mir allerdings eine Reihe von Fragen: w.e.b.Square soll dazu dienen, Studierende an wissenschaftliches Schreiben heranzuführen. Warum wenden wir dann das Verfahren einfach nur unverändert an? Wirkt es nicht möglicherweise einschüchternd, sogar abschreckend? Das Peer Review hat den Charakter einer Prüfung, in der anonyme Gutachter den eigenen Text kritisch durchleuchten. Den erheblichen Aufwand für diesen hat man neben dem Studium in seiner Freizeit investiert, nicht in einer Lehrveranstaltung. Warum sollte man das auf sich nehmen? Mich haben Recherche, Schreiben und Korrektur über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg beschäftigt. Steht der Nutzen im Verhältnis zum Aufwand? Eine Betreuung erhält man während der Bearbeitung nicht. Sind die Einstiegshürden also zu hoch? Wie könnte man sie senken ohne die Texterstellung in den Kontext einen Seminars zu verlegen?

Jan

Gutachten für w.e.b.Square

w.e.b.Square

Nachdem der Call for Papers für die w.e.b.Square-Ausgabe zu sozialen Netzwerken vor zwei Wochen ausgelaufen ist, arbeiten wir nun an den Gutachten zu den eingereichten Beiträgen. Ich steuere als Redaktionsmitglied zu dieser Ausgabe neben einem eigenen Artikel zwei Gutachten bei. Beide Einreichungen, die ich bearbeitete, machten auf mich einen sehr guten Eindruck. Bei beiden habe ich einige Stellen angemerkt, an denen die Darstellung in einer geringfügigen Überarbeitung präzisiert werden sollte. Marginale Tipp- und Zitationsfehler dagegen können wir meiner Ansicht nach intern in der Redaktion ausbessern.

Ich habe schon schlechte Gutachten gesehen, die aus wissenschaftlichen Peer Reviews hervorgingen. Schlecht in dem Sinne, dass die Gutachter kaum etwas Konkretes zum Text schrieben und sich nicht ausführlich mit der Einreichung beschäftigt zu haben schienen. Da wurde in Einzelfällen lapidar geschrieben, der gesamte Inhalt sei “banal”, die Methoden “fehlerhaft”. Begründet am Text wurde dies allerdings nicht. Ebensowenig hilfreich für Autoren sind aber auch Gutachten, die einen Text einfach durchwinken, indem sie ihn einfach als “gelungen” bezeichnen – ohne weitere Angaben. Für w.e.b.Square wollte ich solide Gutachten liefern, auch wenn es meine erste Gutachtertätigkeit war. Dabei habe ich gelernt, warum andere Gutachter sich manchmal so wenig Mühe mit Einreichungen machen; Ich war überrascht von dem Aufwand, den man potentiell damit betreiben kann. Für eine ordentliche Rückmeldung zu einem lediglich fünf Seiten langen Beitrag benötigte ich mehr als drei Stunden.

w.e.b.SquareÜber den noch bis zum 15. Juli laufenden Call for Papers zum Themenheft von w.e.b.Square über soziale Netzwerke habe ich bereits berichtet. An der kommenden Ausgabe beteilige ich mich wieder mit einem eigenen Artikel. Darin entwerfe ich ein heuristisches Rahmenmodell über globale Ziele und Ergebnisse von sozialen Netzwerken, ihre technischen Strukturen und ihre humanen Prozesse. In diesem Modell verbinde ich verschiedene Systematisierungs- und Typisierungsansätze kollektiver Nutzeraktivitäten, die ich mir in den letzten Monaten aus der Fachliteratur angeeignet habe. Die Recherche hatte ich bereits im Mai abgeschlossen, aber es dauerte dann doch etwas länger, um den Artikel fertigzustellen. Heute habe ich einige letzte Korrekturen an dem Text vorgenommen und ihn dann zum Peer Review-Verfahren eingesandt. Ich bin gespannt auf die Einschätzung der studentischen Gutachter. Der Artikel erscheint voraussichtlich im Herbst in Ausgabe 04/2009 von w.e.b.Square.

Facebook, YouTube & MySpaceMan versteht “The Stories of Facebook, YouTube and MySpace” besser, wenn  man das Schlagwort “Web 1.0″ während dem Lesen aus seinen Gedanken verbannt. Bis zum Platzen der New Economy-Blase im Jahr 2001 hatte sich ein anderer Begriff durchgesetzt: Dotcom. Die Entäuschung über das kataklysmische Ende der Dotcom-Ära war so niederschmetternd, dass es von 2001 bis 2005 nicht danach aussah, als würde je wieder jemand große Summen in Geschäftsmodelle im Internet investieren. Doch seit dem Aufkommen des Web 2.0-Hype ab 2005 sprudeln die Geldquellen wieder. MySpace von Tom Anderson und Chris DeWolfe wurde bereits von NewsCorp. für 580 Millionen US-Dollar übernommen. Die Summe von 1,65 Milliarden verwandelte die YouTube-Gründer Chad Hurley und Steve Chen bei der Übernahme durch Google für kurze Zeit in glückstrunkene, kichernde Kinder. Mark Zuckerberg von Facebook hat währenddessen bisher alle Angebote ausgeschlagen. Der Wert seines ursprünglich für eine Handvoll amerikanischer Colleges konzipierten sozialen Netzwerks wird mittlerweile auf über 12 Milliarden geschätzt. Haben wir es mit einer Wiederholung der Blase von 2001 zu tun? Weiterlesen »

w.e.b.SquareNach Sandra, Tami und Gabi (chronologische Reihenfolge) möchte nun auch ich auf den aktuellen Call for Papers für die w.e.b.Square-Themenausgabe zu sozialen Netzwerken hinweisen. Das ist der erste öffentliche Aufruf zu Einreichungen, seitdem die Plattform Ende 2006 ins Netz ging. Die ursprüngliche Konzeption von w.e.b.Square sah damals eine zeitunabhängige Möglichkeit der Einreichung von Beiträgen durch Studierende vor. Es kristallisierte sich aber im Laufe der Zeit heraus, dass sich die Ziele der Plattform organisatorisch effizienter mit regelmäßigen Ausgaben als mit individuellen Einreichungen umsetzen lassen. In den Online-Publikationen bündelt die Redaktion von w.e.b.Square die besten Beiträge von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität Augsburg zu einem festgelegten Themengebiet. Wer nach Themen für Abschlussarbeiten sucht, sich von der Struktur und dem Inhalt von sehr guten und sehr gut benoteten Einreichungen inspirieren lassen möchte oder Einblicke in das wissenschaftliche Publizieren gewinnen will, der wird auf w.e.b.Square fündig. Die Beiträge stammen derzeit in der überwiegenden Zahl der Fälle aus den Einrichtungen des Instituts für Medien und Bildungstechnologie. Wenn w.e.b.Square weiterhin erfolgreich läuft und mehr Menschen auf das Angebot aufmerksam werden, könnte sich das in naher Zukunft ändern.

Über eine Verbreitung des Aufrufs zur Einreichung von Beiträgen zur Themenausgabe “Soziale Netzwerke” würde ich mich deshalb freuen.  Die Einsendefrist läuft bis zum 15. Juli 2009. Wer noch immatrikuliert ist und einmal die Perspektive eines (studentischen) Gutachters kennenlernen möchte, ist zusätzlich herzlich eingeladen, an der Begutachtung der Beiträge mitzuwirken. Bei Interesse genügt eine kurze E-Mail an Sandra Hofhues von der Chefredaktion von w.e.b.Square.